Anna Gmeyner erzählt die Geschichte von fünf Kindern, die in derselben Nacht im Frühjahr 1920 gezeugt werden, aber in ganz unterschiedlichen Milieus aufwachsen. Eigentlich trennen sie Welten, und dennoch sind sie Freunde geworden, verbunden durch eine innige Zuneigung zu Manja - dem Mädchen aus armen ostjüdischen Verhältnissen. Für diese Freundschaft müssen sie immer wieder kämpfen: zu Hause, in der Schule und in ihrer Freizeit. Doch letztlich bleiben sie Gefangene ihrer Zeit, an der Manja zerbricht und mit ihr die Hoffnung auf eine menschenwürdige Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2015
Ein Frauenbuch im besten Sinn empfiehlt Hannelore Schlaffer dem Leser mit Anna Gmeyners erstmals 1938 im Exilverlag Querido erschienenem Roman. Szenen von großer Wucht begegnet sie im Text und erklärt uns, wie ein milieu- und sozialkritisch beginnendes Buch schließlich zur politischen Anklage wird. Laut Schlaffer hat dieser Gang Vor- und Nachteile. So scheint ihr die schiere, den Milieuschilderungen und dem Aufzeigen der Fehlhandlungen der Figuren geschuldete Länge des Buches der Qualität nicht förderlich. Die Charakterzeichnung und die Dialoge leiden darunter, meint Schlaffer. Wenn die Autorin psychologisch geduldig beschreibt hingegen, scheinen Schlaffer Seelenbilder von großer Intensität und Glaubwürdigkeit zu entstehen.
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