Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Nach einer traumatischen Erfahrung findet das Ehepaar Carolien und Jochem keinen Trost mehr im anderen, sie ziehen sich zurück, kapseln sich ab, kämpfen allein mit ihrer Angst und Wut. Ihre Freunde Hugo und Heleen, die das Unglück miterlebt haben, reagieren mit Verdrängung und Flucht. Sie schämen sich, weil sie einander nicht helfen konnten, aber sie reden nicht darüber. Und das Streichquartett, das den vier Musikern stets Freude bereitet und über vieles hinweggeholfen hat, gibt es nicht mehr. Doch als Carolien nach Shanghai aufbricht, wo Hugo einen neuen Job angenommen hat, empfindet sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder so etwas wie Freiheit und sogar Glück. Allmählich scheint Licht ins Dunkel zu dringen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.10.2019
Rezensentin Kristina Maidt-Zinke findet die Vorstellung, dass Gemeinschaft der beste Helfer in der Not ist, ganz und gar nicht abgeschmackt für eine Romanerkenntnis. Anna Enquists Geschichte über vier Musikerfreunde, die auf je unterschiedliche Weise mit Schicksalsschlägen umgehen, fesselt sie mit Warmherzigkeit (ohne sentimental zu werden), mit Sinn für Gefühlslagen und seelische Erschütterungen und mit der Fähigkeit, diese für den Leser anschaulich und nachvollziehbar zu machen. Dass die Autorin dabei offenbar mit Fritz Riemanns Persönlichkeitstypen arbeitet, stört die Rezensentin nicht, da Enquist den Figuren genug Raum für eigene Entwicklung zugesteht, wie sie feststellt.
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