Anja Utler

brinnen

Cover: brinnen
Edition Korrespondenzen, Wien 2006
ISBN 9783902113481
Kartoniert, 62 Seiten, 13,50 EUR

Klappentext

Wie selbstverständlich sprechen wir von Liebe, Schmerz und Glück, von ich und du, doch unser Erleben ist nie eindeutig. Empfindungen flammen ebenso schnell auf, wie sie wieder erlöschen oder abrupt ineinander umschlagen. Anja Utlers neues Buch "brinnen" fächert dieses fein schattierte Spektrum an Empfindungen auf, wie es der Begegnung von Körper und Welt entspringt. Eine Vielzahl von Gefühlen durchflackert die Texte, die stocken, sich verzweigen und den Leser zum Sprung zwingen: zur Wahl eines eigenen Weges innerhalb der frei vernetzten Gedicht- und Textsplitter, die stets auch andere Möglichkeiten offen halten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2007

Thomas Poiss preist Anja Utlers jüngsten Lyrikband als Klangwunder an, das man unbedingt "laut lesen" sollte, um es ganz genießen zu können. Wie schon in ihrem Lyrik-Debüt entfalte die Autorin eine "Anthropologie des Ausdrucks", sie spiele mit Rhythmus, Klang und Zeichensetzung, ohne sich jedoch darin zu verlieren, lobt der Rezensent. Semiotik ist in den Gedichten von Utler sehr wichtig und geht über das reine Zitieren, das man bei anderen Lyrikern findet, weit hinaus, so Poiss anerkennend. Wenn man von wenigen abgedroschenen Celan-Reminiszenzen absieht, stellt das ganze Buch eine überaus sorgsam komponierte, dreiteilige Einheit dar, die übrigens auch in der mehrspaltigen Seitengestaltung überzeugt, findet der Rezensent, der allerdings warnt, dass das Buch keineswegs "leicht" zu lesen sei.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.01.2007

"Spannend" fand Rezensent Nicolai Kobus die Auseinandersetzung mit Anja Utlers neuem Lyrikband, wenn auch nicht unbedingt entspannend. Es handelt sich seinem Eindruck zufolge um ein "großes, vielteiliges Liebesgedicht". Doch so ganz zugänglich scheint es nicht zu sein, was man schon der Empfehlung des Rezensenten, ein "etymologisches Wörterbuch in Reichweite" zu haben, entnehmen kann. Trotzdem findet Kobus diesen Band zugänglicher als seinen Vorgänger, mit dem Utler 2003 den Leonce-und-Lena-Preis gewann. Als Leser sei man "Teil der sprachlichen Vorgänge", freut er sich, weil in Utlers Lyrik Subjekt und Sprache fruchtbar miteinander reagieren würden.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…