Angelika Overath

Calanda oder Alvas Antwort

Roman
Cover: Calanda oder Alvas Antwort
Luchterhand Literaturverlag, München 2026
ISBN 9783630877860
Gebunden, 160 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Kann in Schwäche Stärke liegen? Es beginnt in der Morgendämmerung. Alva bricht auf, um den Churer Hausberg Calanda zu besteigen. Vor ihr liegen knapp zweitausend Höhenmeter. Sie hat eine Nachricht erhalten, die ihr Leben verändern wird. Möchte sie zurückkehren? Schritt für Schritt dem Gipfel entgegen erinnert sie Momente ihres Lebens. Da ist der Engadiner Cla, Vater ihrer Tochter, und der Istanbuler Baran, Vater ihres Sohns. Alva ist alleinerziehend und lebt doch eine familiäre Dreiecksbeziehung. Wie kann sie eine gute Mutter bleiben? Wie viel Belastung verträgt die Liebe, die Freundschaft zu Baran und Cla, die einmal ein Paar waren? Und Alva erinnert sich an ihre Großmutter, die Flucht und Vertreibung erlebte und deren Stärke durch die Generationen hinweg Alva Kraft gibt. Sie erkennt, dass die eigene Schwäche annehmen Stärke sein kann. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.07.2026

Rezensentin Shirin Sojitrawalla bekommt mit Angelika Overaths Roman über eine todkranke Frau, die nach der Diagnose in die Berge flieht, eine Meditation übers Innehalten und (Zurück-)Schauen. Abseits digitaler Welten kommen Protagonistin und Leserin dabei zu sich und versenken sich in Landschafts- und Naturbetrachtungen, die die Rezensentin auch mal an Büchners "Lenz" erinnern, doch meist ein Aufgehobensein vermitteln. Die Lebenserfahrung der Autorin geht hier immer mit, wenn Gedanken an Flucht, Kindheit, Glück und Tod die Figur umtreiben, so Sojitrawalla. Auch wenn die Symbolik mitunter mit der Autorin durchgeht, dieser stille Roman mit seiner "zärtlichen" Sprache hat es der Rezensentin angetan. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2026

Der Name Alva steckt auch im Wort "salvar", das bergen oder retten bedeutet, das ist im neuen Roman von Angelika Overath sicher kein Zufall, vermutet Rezensentin Rose-Maria Gropp. Alva lebt in Chur, erfahren wir, mit zwei Männern hat sie in unterschiedlichen Konstellationen zwei Kinder, das ist Teil der Vorgängerromane. Overath steht ihrer Figur empathisch und zugeneigt gegenüber, versichert Gropp, und geht mit ihr den Weg auf den Gipfel des Calanda, nachdem Alva die Diagnose ALS erhalten hat. Die Kritikerin liest hier "ohne Sentimentalitäten" auch von einer Reise zu sich selbst, zur eigenen und Familienvergangenheit, die einen schönen Abschluss von Overaths Trilogie bildet.

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