Vom Rheinfall in Schaffhausen bis zur Quelle am Tomasee: Einem spontanen Impuls folgend wandert Franz Hohler den Rhein entlang und hält fest, was ihm begegnet: Campingplätze und Mückenschwärme, Autobahnbrücken und Vogelrufe, Historisches und Biographisches, Erinnertes wie allzu Gegenwärtiges, Tragisches wie Komisches - und in Liechtenstein eine Abwasserreinigungsanlage. Mal ist der Rhein mächtiger Strom, ungestüme Natur, die dramatisch in die Tiefe stürzt, mal gemächliches Rheinlein oder, schrecklich verbaut und gezähmt, fast nicht zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.08.2023
Rezensentin Angelika Overath lässt sich ein auf Franz Hohlers Erwanderung der Rheinquelle. Hohlers Text besticht für sie vor allem durch die Overath an Handke erinnernde insistierende Versprachlichung des Gesehenen und Erlebten, nicht mehr und nicht weniger. Durch Kantone und über Sprachgrenzen geht es laut Overath in den 29 Etappen zwischen Juni 2020 und September 2022. Das "lebenswach" Alltagsdirekte dieser Notate und der Humor des Autors halten die Rezensentin bei der Stange, auch wenn es ein sehr langsames Buch ist, wie sie einräumt.
Gähnende Langeweile empfindet Rezensent Christoph Schröder bei der Lektüre von Franz Hohlers "Rheinaufwärts". Während des ersten Lockdowns hatte der Autor die Idee, den Schweizer Teil des Rheins bis zu seiner Quelle abzuwandern, wortwörtlich wie auch schriftstellerisch, erklärt er die Prämisse des Buches, die er nicht uninteressant findet, deren Umsetzung er aber harsch kritisiert. Allzu altmodisch erzähle der achtzigjährige Autor von lauter belanglosen Kaffee- und Coronamomenten. Ärgerlich, so Schröder, wird das vor allem, wenn unsensibel anhand von Zwangsarbeitern oder Terroropfern des 11.Septembers über den Rhein philosophiert wird. Der Kritiker rät von der Lektüre ab.
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