Es ist das Jahr 2001, und im Tal ist alles wie immer. Die Berge sind schroff, die Touristen unersättlich, die Jugendlichen auf der Suche nach Alkohol und Abenteuern und die Eltern abwesend. Eine Zukunft hat hier keiner, am allerwenigsten Julia, die in der Hauptschule zum sogenannten Restmüll gehört, was ihr egal ist - denn für sie zählt nur eins: Hip-Hop und der Zusammenhalt ihrer "Crew". Bis ihr Geschichtslehrer eines Tages die ganze Klasse zwingt, an einem politischen Experiment teilzunehmen, und damit eine Lawine an folgenschweren Ereignissen lostritt. 2001 ist ein Roman über Freundschaft und das Einbrechen der Weltpolitik in eine Jugend ohne Gott.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2021
Rezensentin Nicole Henneberg scheint nicht überfordert zu sein von Angela Lehners Roman, der Außenseitergeschichte mit jeder Menge Jugendvibes, politisches Macht- und Rollenspiel à la Milgram und Regionalstory in einem ist. Wie sich eine 15-jährige Rapperin in einem vom Tourismus überrollten österreichischen Tal aus dem Abseits zu kämpfen versucht, wie ein Schulexperiment schließlich allerhand Konflikte unter den Jugendlichen offen zutage fördert und die Zukunft der Figuren durch 9/11 wiederum aus der Bahn geworfen wird, erzählt die Autorin laut Henneberg auf eindringliche, bedrückende und immer wieder auch hoffnungsvolle Weise, meint die Rezensentin.
Rezensent Jens Uthoff folgt der Antiheldin in Angela Lehners Roman mit Spannung. Was die 15-Jährige Hauptschülerin in der österreichischen Provinz erlebt und versäumt, weckt Uthoffs Interesse. Außer Alkohol, Sex und HipHop, um der Enge der Provinz zu entkommen, wäre da das von einem Lehrer erdachte Rollenspiel, das die Figur und ihre Mitschüler mit der Weltpolitik konfrontiert. Auch wenn die politischen Diskurse im Text Uthoff mitunter etwas unglaubwürdig erscheinen, fühlt er sich gut unterhalten. Die Geschichte über Rebellion in der Jugend punktet mit überzeugender Figurenzeichnung und Dramaturgie sowie der Selbstironie der Protagonistin, meint Uthoff.
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