Hochstapler können alles. Sie verkaufen den Eiffelturm, die Freiheitsstatue und Mondflüge, sie wissen,
wie man schnell reich wird, glänzen mit Titeln, Uniformen und Kronen, heilen Kranke, sprechen mit Toten
und mit Gott, überleben ausweglose Gefahren, verkörpern die große Liebe und schaffen noch größere
Kunstwerke. Eigentlich können sie nichts davon - dennoch glaubt man ihnen, zumindest eine Zeit lang.
Neben alten Bekannten - der Päpstin Johanna, dem Hauptmann von Köpenick und dem falschen Prinzen Harry Domela -
beschreibt das Buch auch die Verstellungen, um äußeren Zwängen zu entgehen: eine Schweizerin wird um 1900 zum
orientalischen Nomaden, ein Brite zum Indianer. Hochstaplei ist zeitlos, aber in Krisen hat sie Konjunktur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2018
Plastisch formuliert findet Rezensent Thorsten Gräbe Anett Kollmanns Typenkunde des Hochstaplers. Nach Antrieb unterscheidend (Geld, Ruhm etc.) umkreist das Buch Hochstaplertypen und laut der von Gräbe zitierten Autorin "das Eigene in der Nachahmung des Fremden". Die von Kollmann versammelten Fälle aus verschiedenen Zeiten findet der Rezensent bemerkenswert. Sogar ethnische Hochstapelei weißer Hochstapler begegnet ihm. Allerdings stößt Gräbe hier auf Lücken: Er hätte sich in diesem Zusammenhang eine Auseinandersetzung mit dem Thema "kulturelle Aneignung" gewünscht, aber auch Beispiele etwa von Schwarzen, die sich als Weiße ausgeben. aus der aus, stellt er fest, zum anderen verzichtet sie auf den Blick auf den "Rollenwechsel in die andere Richtung". Insgesamt findet er das Buch aber "überzeugend".
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