Es herrscht wieder Krieg. Ein Krieg ohne klaren Frontverlauf, denn gekämpft wird auf der ganzen Welt. Für die meisten von uns sind die neuen Kampfzonen fremdartige Orte - die Moscheen der Fundamentalisten, die Dörfer der Guerilla, die Bierhallen der Neonazis oder die Hinterzimmer der Mafia. Andrian Kreye hat diese Kampfzonen besucht. Doch nicht das Abenteuer interessiert ihn, sondern Menschen und Zusammenhänge in einer Welt, die seit dem Ende des Kalten Krieges im Umbruch ist. Andrian Kreye hat jene Menschen getroffen, die gegen die "neue Weltordnung" rebellieren. Ob es sich um die Guerillas im südamerikanischen Dschungel handelt, um Moskauer Mafiosi oder um die Gegner der Welthandelskonferenz von Seattle - sie alle versuchen sich ihren Platz in der globalisierten Welt zu erkämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2003
Durchaus beeindruckt zeigt sich der "pi" zeichnende Rezensent von diesem Buch des deutschen Journalisten Andrian Kreye, der sich mittels seiner zwanzig "eindrücklichen" Reportagen über "einfache Menschen" gegen die häufig vorherrschende Schwarz-Weiß-Malerei der Globalisierungskritiker wende. Kreye stelle die Schicksale dieser Menschen aus der ganzen Welt ohne Pathos in einen größeren politischen und historischen Kontext, und obwohl sich seine Reportagen kaum auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen, wie der Rezensent anmerkt, gebe es eine Gemeinsamkeit: Die Porträtierten seien Rebellen, die aus "Angst, Wut und Gier" handelten. Doch zeigen ihre ganz unterschiedlichen Schicksale, dass es nicht reicht, den USA die Schuld für das Leiden dieser Welt in die Schuhe zu schieben, erklärt unser Rezensent.
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