Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.02.2004
Andri Peer war der bedeutendste rätoromanische Lyriker des 20. Jahrhunderts, klärt uns Mevina Puorger Pestalozzi auf. Sein umfangreiches Werk habe Peer überwiegend im Selbstverlag herausgegeben, die bibliophilen Ausgaben seien längst vergriffen. Die Rezensentin begrüßt mit Nachdruck den neu vorliegenden Sammelband, der die zentrale Schaffensperiode Peers umfasst, mit unbekannten Fotos aus dem Familienalbum, einer Biografie, einem poetologischen Aufsatz Peers, faksimilierten Titelseiten, Textvarianten und einem kritischen Glossar aufwarten kann. Der Band sei ansprechend gestaltet, lobt Pestalozzi. Für die Rezensentin hat Peer die rätoromanische Lyrik aus der Beschränkung der Heimatlyrik befreit und in der Gegenüberstellung mit der großen Welt an "Weltoffenheit und Urbanität" gewinnen lassen. Und weil es so interessant klingt, zitieren wir ausnahmsweise auf rätoromanisch: "Ün'otra poesia fa dabsögn:/ davent cullas metafras bellas!", was soviel heißt wie: "Ein neues Gedicht tut not: weg mit den schönen Metaphern!"
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