Andrew Miller

Eine kleine Geschichte, die meist von der Liebe handelt

Cover: Eine kleine Geschichte, die meist von der Liebe handelt
Zsolnay Verlag, Wien 2000
ISBN 9783552049840
Gebunden, 293 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Nikolaus Stingl. Auf Schloss Dux in Böhmen erinnert sich der alte, hinfällig gewordene Verführer an eine Frau, der er einst so verfallen war, dass er, die Taschen mit Schrot beschwert, in die Themse gehen wollte? So gequält, so gedemütigt, so schamlos ausgenutzt hat keine den großen Libertin wie Marie Charpillon, bildschön, achtzehn Jahre erst, doch bereits durch mehrere Hände gegangen und mit allen Wassern gewaschen. Casanova versucht es mit Geld, viel Geld, mit Schmeichelei, mit Gewalt ? umsonst. Die Liebe, das ist im ausgehenden 18. Jahrhundert ein frivoles Gesellschaftsspiel und zugleich ein Kampf bis aufs Messer. Casanova verliert ihn. Er versucht, sich selbst neu zu erfinden, will als Landedelmann leben, verdingt sich als Arbeiter und lernt nach den Bordellen und den feinen und weniger feinen Salons die düsterste, verkommenste Seite Londons kennen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.06.2000

In einer kurzen Rezension weist der Rezensent mit dem Kürzel "upj" darauf hin, dass Miller an der deprimierenden Erkenntnis des 38-jährigen Casanova ansetzt, als dieser feststellte: "Mein Sterben begann, ich hörte auf zu leben." Schuld war - wer hätte das gedacht - eine Frau, und um diese und die dazugehörigen Verwicklungen gehe es in Millers Buch. Dabei hebt "upj" besonders Millers "unaufdringliche Sprachkraft" hervor, mit der er Casanovas Begegnung "mit dem kauzigen Samuel Johnson" schildert, von der bis heute nicht klar ist, ob sie je stattgefunden hat.
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