Giacomo Casanova beherrschte die hohe Kunst der Verführung und eroberte im funkelnden Treiben des Rokoko zahlreiche Frauen. Gegen Ende seiner Tage schrieb er in einem letzten Akt der Selbstliebe seinen berühmten "Lebensroman". Er prägte damit das eigene Nachleben wie das seiner Brüder, die einst als Künstler ebenfalls Berühmtheit erlangten: Giovanni als Schüler von Anton Raphael Mengs und als Akademiedirektor in Rom und Dresden, Francesco als gefeierter Schlachtenmaler in Paris und Wien. Roland Kanz bietet mit überraschenden Einsichten ein bewegtes Panorama des europäischen Kulturlebens, eine mitunter turbulente Verwicklung von Galanterien, Gaunereien und Eifersüchteleien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.01.2014
Casanova? Ulrich Pfister denkt bei diesem Namen einmal nicht an den großen Verführer, sondern, wie auch die Zeitgenossen, an Giacomos Maler-Brüder Francesco und Giovanni Battista. Diesen Umstand verdankt Pfister dem Quellenstudium und der breiten Kontextualisierung des Materials innerhalb einer Zeit des Umbruchs Ende des 18. Jahrhunderts, die der Autor Roland Kanz vornimmt. Das Anliegen des Buches, den Brüdern Giacomos ihren Platz in der Kunstgeschichte zurückzugeben, meint der Rezensent, erfüllt der Autor, indem er sie in ihren unterschiedlichen Karrieren und künstlerischen Rollenmodellen zeigt, Francesco in Paris, Giovanni Battista in Rom.
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