Andrej Kurkow

Herbstfeuer

Erzählungen
Cover: Herbstfeuer
Diogenes Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783257066067
Gebunden, 233 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen von Angelika Schneider. Wie verbrenne ich meinen Mann? Woher stammt meine neue Leber? Wie entsorge ich meinen Steinway-Flügel? Acht ukrainische Geschichten geben Antwort auf diese und andere Fragen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2008

Bestens amüsiert hat sich Rezensentin Birgit Veit bei der Lektüre dieser Erzählungen des ukrainischen Schriftstellers Andrei Kurkow. Die meist in Kiew, bisweilen aber auch in der Provinz angesiedelten Geschichten zeichnen sich für sie durch Witz und schwarzen Humor aus. Im Mittelpunkt sieht Veit die kleinen, aber gewitzten Leute, die in bizarre Situationen geraten. Es geht um eine Oma, die ihren Mann aus Versehen erschlägt und zusammen mit dem Herbstlaub verbrennt, um Organhandel oder einen Klavierfriedhof. Dabei sollte man sich nach Veits Einschätzung keine allzu realistischen Beschreibungen des Alltagslebens in der Ukraine erwarten, denn Kurkow ist für sie ein "Meister des Unwahrscheinlichen, Absurden, Skurrilen" wie die Ukrainer Gogol und Bulgakow.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2007

In dem Erzählungsband "Herbstfeuer" von Andrej Kurkow, dem erfolgreichsten ukrainischen Autor der Gegenwart, geben sich Komik und Absurdität die Hand, konstatiert Judith Leister. Kurkow schildert Erlebnisreisen in Kiewer Gefängnisse oder erzählt von Telefonzellen, in denen man Kontakt mit dem Jenseits aufnehmen kann, wobei er gegen den mitunter anklingenden "Märchenton" flugs mit Motiven aus der kapitalistischen Welt gegensteuert, meint die Rezensentin amüsiert. Ein bisschen sorgt sie sich, dass der Leser aus dem Westen nicht alle Anspielungen der Erzählungen verstehen wird, denn nicht wenig, was sich so surreal lese, habe in der Ukraine eine reale Grundlage, wie die erwähnten Gefängnis-Erlebnistouren. Und dann fragt sich Leister noch, warum die Protagonisten bei Kurkow eigentlich immer so "kleine Lichter" sein müssen, die in ihre komischen Situationen immer so unfreiwillig hineinstolpern. Es scheint, die Rezensentin würde auch gerne mal von den eigentlichen Strippenziehern lesen.
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