Olena Sachartschenko

Kämpferinnen

Ein Roman über den Majdan
Cover: Kämpferinnen
Friedrich Mauke Verlag, Jena 2024
ISBN 9783948259204
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Ukrainischen und Russischen von Jutta Lindekugel. Mittwoch, 19. Februar 2014. Seit Wochen wird auf dem Majdan im Herzen Kyjiws demonstriert. Die Proteste haben in den letzten Tagen noch einmal Zulauf erhalten. Das Regime unter dem korrupten Präsidenten Wiktor Janukowytsch reagiert mit enthemmter Gewalt. Doch Katja will heute nicht auf den Majdan. Sie möchte ihren Sohn Danylo von der Schule imZentrum der Stadt abholen, ihn in Sicherheit bringen. Aber noch bevor sie die Schule erreicht, gerät sie mitten hinein in die Woge aus Protest und Gewalt, wird von ihr mitgerissen und verliert den Kontakt zu ihrem Sohn.Es beginnt eine verzweifelte Suche auf und unter dem Majdan in dieser Nacht, in der sich das Schicksal der Ukraine durch einen Paukenschlag entscheiden wird.Olena Sachartschenko erzählt den Euromajdan aus Perspektive der Frauen. Sie erzählt von einem Kyjiw, das Gäste der Stadt nur selten zu sehen bekommen, vom Erbe der Sowjetzeit, das zuweilen bleischwer auf der ukrainischen Gesellschaft lastet und von Kämpferinnen, die mitbestimmen wollen, wenn es um die Zukunft der Ukraine geht - und um ihre eigene Zukunft.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.04.2024

Mit "Kämpferinnen" ist der ukrainischen Autorin Olena Sachartschenko ein vielschichtiger Roman über die Proteste auf dem Maidan in Kiew vor zehn Jahren gelungen, findet Rezensent Alexander Kratochvil. Die Ereignisse, mit denen vor zehn Jahren der russische Krieg gegen die Ukraine begann, werden dort aus der Perspektive einer Mutter und ihres Sohnes, der auf dem Weg in die Schule in die Wirren der Proteste geraten ist und festgenommen wurde, erzählt. Während ,oben', auf den Straßen und Plätzen, die Demonstrierenden gegen die korrupte Regierung und die Polizeigewalt kämpfen, kämpfen ,unten', in einem Labyrinth aus Tunneln und Kanälen, in dem die Mutter Katja und ihre Freundin Witka das Kind und seinen Klassenkameraden suchen, Einzelpersonen um ihre Liebsten - auf das Motiv der Reise durch die Unterwelt, weiß der Rezensent, wird mit dem ukrainischen Titel "Wertep" bereits verwiesen. Von falscher Heroisierung sind Sachartschenkos Schilderungen, so Kratochvil, weit entfernt, die Vielschichtigkeit der Perspektiven verhindere Pathos und Revolutionskitsch. Vielmehr erinnere die fast mythische Rätselhaftigkeit des Geschehens an die Tradition des Magischen Realismus. "Kämpferinnen" ist eine sehr lesenswerte Reflexion der Ereignisse auf dem Maidan, die Jutta Lindekugel hervorragend ins Deutsche übersetzt hat, urteilt der Rezensent.

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