Andreas Moster

Der Silberriese

Cover: Der Silberriese
Arche Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783716028155
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Er gibt sich ganz hin und droht dennoch zu scheitern - als Sportler, als Mann und vor allem als VaterPatrik und seine zwölfjährige Tochter Ada waren immer zu zweit. Gerade sind sie wieder einmal umgezogen, und Ada hat mit dem Geräteturnen angefangen. Wenn Patrik zusieht, wie sie mit zusammengebissenen Zähnen am Stufenbarren hängt, denkt er an seine eigene Karriere als Leistungssportler zurück. Doch die olympische Silbermedaille, die er einst im Diskuswurf gewonnen hat, liegt verstaubt in der Schublade. Während Patrik und Ada zusammen trainieren und versuchen, sich in dem neuen Leben einzurichten, driften sie immer weiter auseinander. Je mehr sie ihm entgleitet, desto heftiger fallen Patrik Erinnerungen an all die Jahre mit seiner Tochter an. Der verzweifelte erste Versuch, sie zum Trinken aus dem Fläschchen zu bewegen, die Nachmittage auf dem überfüllten Spielplatz, wo weit und breit kein Mann zu sehen war, schon gar kein kraftstrotzender Hüne wie er. Als Ada eines Tages verschwindet, begreift Patrik, dass er sich endlich der Lücke in ihrer beider Leben stellen muss: Wo ist Adas Mutter?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.01.2025

"Eher narrativer Magerquark als nahrhafte Lesekost" ist dieser Roman von Andreas Moster, hält der enttäuschte Rezensent Nico Bleutge fest: Im Zentrum steht Patrik, Diskuswerfer und plötzlich alleinerziehender Vater. Romane, die sich wirklich mit den inneren Zuständen von Vätern  befassen, sind selten, noch seltener, wenn sie mit dem Genre des Sportlerromans verbunden werden, so Bleutge, aber das Strukturierte des Sportlerlebens überträgt sich nur bedingt auf das Buch; wie Patriks Tochter Ada aufwächst, wie sein Leben sich statt um Proteinpulver um sichere Schulwege dreht, wird nur aus seiner Position geschildert, weder Adas Gefühle noch gesellschaftliche Zusammenhänge kommen vor. Dazu ist die Form des Erzählten ziemlich monoton, hält der Kritiker fest. Und dass Moster zwischen nüchternen Behauptungen und theatraler Symbolik schwankt, macht es für ihn nicht besser. Die Prämisse des Romans wird leider nicht eingelöst, resümiert er.

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