Andreas Kossert

Masuren

Ostpreußens vergessener Süden
Cover: Masuren
Siedler Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783886806966
Gebunden, 432 Seiten, 28,63 EUR

Klappentext

Mit ca. 40 Abbildungen. Der Autor beleuchtet den nach 1871 entstandenen Konflikt um die ethnische und nationale Zugehörigkeit der Masuren. Deren regionale Sonderrolle "im Rücken der Geschichte" war sowohl den deutschen als auch den polnischen Nationalisten ein Dorn im Auge. Beide Seiten strebten danach, die Masuren für ihre jeweilige nationale Geschichte zu vereinnahmen. Dieses Buch erzählt vom historischen und kulturellen Erbe einer Grenzlandschaft und ihrer Menschen, von der masurischen Sprache, dem harten Lebensalltag der Bauern, ihrem Los während der zahllosen Kriege. Es erzählt von Flucht und Vertreibung, von den Erinnerungen an Masuren und Ostpreußen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2002

Der unter dem Kürzel Dt. schreibende Rezensent zeigt sich in seiner kurzen Kritik äußerst angetan von diesem Buch über die Geschichte Masurens von der ersten Besiedelung bis in die Nachkriegszeit. Er lobt den Autor für "facettenreiche Antworten" und findet es besonders lobenswert, dass Kossert neben den Konflikten zwischen Polen und Deutschen auch die "polnisch-deutsch-jüdischen Gemeinsamkeiten" darstellt. Dt. sieht die liebenswürdigen masurischen Erzählungen von Siegfried Lenz durch die "historisch scharfen Konturen" des Buches ergänzt, wobei er betont, dass auch Kosserts Darstellung durchaus nicht "leidenschaftslos" ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.01.2002

Karol Sauerland bespricht gleich zwei Bücher von Andreas Kossert über Masuren, wobei die kritischen Töne nicht zu überhören sind. Die Geschichte der zwischen Preußen beziehungsweise Deutschland und Polen stehenden Masuren sei überaus ereignisreich, und der Rezensent lobt, dass der Autor sowohl die Sprachenverhältnisse als auch soziale, wirtschaftliche und politische Aspekte in seine Untersuchungen mit einbezieht. Auch die Anstrengungen Deutschlands und Polens, die beide versuchten, sich diese Volksgruppe "einzuverleiben", seien sehr gut dargestellt. Dennoch bemängelt der Rezensent, dass die Darstellung der Masuren und ihres Tuns alles andere als plastisch sei und darüber hinaus, dass es der Autor versäumt habe, "volkskundliche Arbeiten und die Belletristik" in seine Darstellungen mit einzubeziehen, die zu einem runderen Bild hätten beitragen können.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.12.2001

Das "voluminöse" Werk des jungen Historikers Andreas Kossert über die wechselhafte Geschichte Masurens räumt mit den Mythen der Deutschen und der Polen über das Grenzland auf, freut sich Thomas Urban. Der Autor habe gründlich recherchiert und dazu seine Ergebnisse mit leichter Feder zu einer spannenden Abhandlung zusammengeführt. Die wird nicht allen im Ganzen gefallen, mutmaßt Urban, vor allem nicht den Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern, denn hier würden sämtliche Perspektiven auf Masuren erörtert. In jedem Fall richte sich dieses Buch an Leser, ist sich der Rezensent sicher, die an einem Dialog mit den polnischen Nachbarn interessiert seien.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

"Weil vorher die Zeit noch nicht reif war", erscheint dieses Buch erst jetzt, schreibt Klaus Bednarz zur Neuerscheinung des jungen masurischen Historikers Andreas Kossert. In einer "grandiosen historischen Arbeit" werde hier die Geschichte des vielbesungenen, doch zwischen deutschem und polnischem Anspruch hin und her gerissenen Masurens erstmalig von kompetenter Seite erzählt, und zwar von Mittelalter bis Gegenwart. Der Autor ist ein Vertreter der jungen polnischen Generation, die nach ihrer "regionalen Identität" sucht, erklärt Bednarz. Auch die Rolle der deutschen Vertriebenenfunktionäre, die "das ideologische Gedankengut der NS-Zeit in die landsmannschaftliche Geschichte" völlig unreflektiert übernommen hätten, bleibe vom Autor nicht unkommentiert. Durch Kosserts Buch wird die Geschichte Masurens dem Vergessen entrissen, freut sich der Rezensent.