40 Jahre lang gab es zwei deutsche Staaten. Sie teilten eine schreckliche Vergangenheit. Der eine startete den ersten und einzigen Versuch, eine sozialistische Gesellschaft in Deutschland aufzubauen. Nebenan startete das Wirtschaftswunder. Wie die DDR funktionierte, haben beide nicht richtig verstanden. Die einen, weil dialektische Auseinandersetzung nicht gewünscht war. Die anderen schauten auf die USA. Der Designforscher Andreas Koop ("NSCI") analysiert die Stilmittel der visuellen Identität der DDR und rekonstruiert gewissermaßen das Manual des Arbeiter- und Bauern-Staates: Vom Wappen über die Nationalfarben, Schrift/Typografie und Printmedien bis hin zu Architektur und öffentlicher Inszenierung. Im Fokus stehen das Grafikdesign und die Darstellung von Macht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.02.2024
Einen spannenden Zugriff auf einen untergegangenen Staat hält Designer Andreas Koop für den Rezensenten Lutz Rathenow bereit: Er widmet sich dem grafisch-designerischen Bild, das die DDR für sich etabliert hat. Nach einer für Rathenow etwas überflüssigen Einordnung zeigt ihm Koop, dass Werbung in der DDR vor allem "Steuerungsfunktion" hatte, zum Beispiel, um den Absatz von Rotwein aus den sozialistischen Bruderstaaten zu steigern. Von diesem Detailwissen zeigt der Autor eine ganze Menge, freut sich der Kritiker, und lernt, dass die in Auftrag gegebene Schriftart "Minima" vielleicht auch heute noch zum Ressourcensparen eingesetzt werden könnte.
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