Das Debüt der Hermann Lenz-Preis-Stipendiatin Andrea Winkler überrascht auf vielfältige Weise: in ihren Selbstgesprächen wünscht sich die Erzählerin, "alle Worte seien gleich wahr und vertraut", und spricht damit eine Fremdheit aus, die zwischen ihr und der Welt herrscht, wie sie schon lange nicht mehr so heiter-melancholisch zu lesen war.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2006
Das Selbstgespräch als letzte Konsequenz aus bestätigter Kommunikations- und Sprachskepsis hat Andrea Winkler zum verbindenden Stilelement der Kurztexte ihres ersten Prosabandes gemacht. Marion Löhndorf steht dieser pessimistischen Haltung, die noch dazu "ehrgeizig" aufgeladen ist mit einer Verweigerung aller sprachlichen Konkretisierung, dann doch ihrerseits skeptisch gegenüber. Zwar honoriert sie das feine Gespür der "hochtalentierten" Autorin für den Schindluder, der allerorten mit Klischees getrieben wird und die eigene Achtsamkeit, diese im Schreiben zu vermeiden, doch war ihr die Lektüre der sich immer wieder in einsamen Monologen ergehenden Ich-Figuren dann mitunter doch recht mühsam.
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