Andrea Maria Schenkel

Täuscher

Roman
Cover: Täuscher
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2013
ISBN 9783455404296
Gebunden, 240 Seiten, 18,99 EUR

Klappentext

Landshut, 1922: Ein blutiger Doppelmord erschüttert ganz Süddeutschland. Als die ledige Clara Ganslmeier und ihre alte Mutter grausam ermordet in ihrer Wohnung gefunden werden, gerät die kleine bayerische Stadt in Aufruhr. Der Hauptverdächtige ist Hubert Täuscher, Sohn eines reichen Bürstenfabrikanten, das schwarze Schaf der Familie und Verlobter von Clara. Als er in den Gerichtssaal geführt wird, wo ihm wegen kaltblütigen Doppelmordes der Prozess gemacht werden soll, ist die Menge kaum noch zu halten. Aber Hubert Täuscher lässt sich nicht beirren - obwohl alle Indizien auf ihn verweisen, schweigt er beharrlich zu den Vorwürfen, beteuert bloß seine Unschuld. Ist er ein abgebrühter Mörder oder das Opfer eines Justizirrtums? Fürchtet er eine Rache, die schlimmer ist als das Todesurteil?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.08.2013

Für Sylvia Staude laufen die Romane der Andrea Maria Schenkel außer Konkurrenz. Wie die Autorin historische Kriminalfälle im "Patchwork-Stil" umarbeitet, mit Lokalkolorit und dem Geschmack der Zwischenkriegszeit versieht, das ist in Staudes Augen so eigen und seit Schenkels Bestseller "Tannöd" auch sehr vertraut. In "Täuscher" geht es um einen Mann, der im August 1922 seine Verlobte und ihre verwitwete Mutter umbringt, den Familienschmuck raubt und schließlich dafür gehängt wird. Der Rezensentin imponiert durchaus, wie die Autorin ihr historisches niderbayrisches Milieu zum Leben erweckt, allerdings verrät sie uns nicht, was ein Patsch ist - im Sinne von "bist schon ein g'scheiter Patsch".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.08.2013

Andrea Maria Schenkel ist bekannt dafür, sich für ihre Kriminalromane realer historischer Fälle zu bedienen, weiß Rezensent Rudolf Neumaier. Auf der Internetseite der Autorin hat der Rezensent über ihr neues Buch "Täuscher" gelesen, dass Parallelen zu historischen Figuren dieses mal reiner Zufall seien, weshalb es ihn dann sehr wundert, bei seinen eigenen Recherchen ziemlich viele dieser Zufälle gefunden zu haben. 1922 wurde Ludwig Eitele zum Tod verurteilt, nachdem er mehrere Frauen umgebracht hat, auf eben die Art und Weise, die Schenkel ihrem Täuscher andichtet, erklärt der Rezensent. Aussagen aus einzelnen Protokollen sind sogar direkt übernommen, verrät er. Neumaier wirft Schenkel kein Plagiat vor, die Archive stehen jedem offen und dürfen auch für Romane genutzt werden, meint der Rezensent, er hätte es nur ehrlicher gefunden, wenn sie offen darauf hingewiesen hätte. Und Neumaier hätte ihr die heimliche Inspirationsstütze eher verziehen, hätte ihm das Buch besser gefallen. Das "versandet" aber leider in zähen Dialogen, bedauert der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2013

Rezensent Martin Lhotzky bespricht Andrea Maria Schenkels neuen Kriminalroman "Täuscher" mit gemischten Gefühlen. Einmal mehr wende die "Tannöd"-Autorin das Verfahren an, authentische - meist historische Fälle - zu bearbeiten, dabei verfremdend aus den vorhandenen Akten zu zitieren und Zeugen und Tätern eine Stimme zu verleihen. Und so liest der Kritiker hier den Fall eines brutalen Doppelmordes in Landshut aus dem Jahre 1922, bei dem eine Musiklehrerin und ihre Mutter, von dem Verlobten der Tochter bei einem Raubüberfall ermordet wird - welcher daraufhin noch vor Ende der Polizeiermittlungen zum Tod durch Erschießen verurteilt wird. Während der Rezensent hier weder einen besonderen Spannungsbogen erkennen noch die Charakterzeichnung der Autorin sonderlich hervorheben kann, lobt er diesen Krimi vor allem als historischen Roman, der nicht nur das Vorgehen bayerischer Volksgerichte nach dem Ersten Weltkrieg nachzeichnet, sondern auch einen interessanten Einblick in die polizeilichen Ermittlungen gewährt.
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