Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.01.2001
Eine Schweizer Studie zu Computer und Leseverhalten, da winkt der rechtschreibreformgeplagte deutsche Leser zunächst ab. Gerda Wurzenberger fördert jedoch in ihrer ausführlichen Besprechung dieser Studie erstaunliche Ergebnisse zutage, die sie zu einigen provokativen Fragen veranlassen. Ein wesentliches Ergebnis der Studie besagt nämlich, dass der Einsatz von Computern im Klassenzimmer die Lese- und Schreiblust der Kinder nicht etwa dämpft, sondern fördert. Vor allem bemerkenswert findet Wurzenberger die Tatsache, dass der Umgang mit dem Computer eindeutig geschlechtsspezifische Unterschiede abschwächt. In früheren Vergleichsstudien hatte es sich nämlich so verhalten, dass Mädchen mehr und komplexere Bücher lasen als Jungen, und auch entsprechend mehr schrieben. Jetzt schreiben sie weniger ausführlich, dafür erzählerischer, die Jungen wiederum trauen sich ganz allgemein an längere Texte heran, berichtet Wurzenberger. Diese Ergebnisse der Studie veranlassen sie zu der Behauptung, dass Jungen allgemein mehr von der Einführung multimedialer Leseangebote zu profitieren scheinen.
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