Aus dem Französischen von Liz Künzli. Im Schatten erloschener Hochöfen brennt im Dunkel der Dämmerung ein kleines Licht vor dem Haus der Familie Kummer. Die Mutter, Rose Chagrin, geborene Chance, und ihr Mann Nathanael Kummer, bangen dem Besuch des Kommissionärs entgegen, dem Vollstrecker der Macht. Die Mieten steigen ins Unermessliche, Nathanael arbeitet rund um die
Uhr, Rose Chagrin hausiert mit Vitaminkuren. Jeder im Haushalt versucht auf seine Art, dem Moloch Paroli zu bieten. Der alte Seraphin sucht irrlichternd den schwarzen Mann, den er zur Rede stellen will; Philanthropie die voluminöse, schnitzvertilgende Ariensängerin, singt unter den Augen ihrer Schutzengel die Menschen im Quartier ins Entzücken, derweilen Yapaklu und Zibeline, die Geschwister, ihre Spielsachen in Sicherheit bringen: ins Reich des Riesen, das sich in einem Pommes-Frites-Automaten befindet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2017
Nun ja, in diesem Roman sitzt eine adipöse Hauptfigur namens Philanthropie unablässig auf dem Sofa und ernährt sich von "Schnitz", offenbar einem Süßgebäck, das Philanthropie eine betörende Stimme verleiht. "Wie eine herrliche Hügellandschaft" erstreckt sich Ihr Körper auf die Couch, so Rezensent Roman Bucheli, der von dem Büchlein regelrecht entzückt ist - auch von der dysfunktionalen Familie, die sich unter Philanthropies Augen in "bockiger Überlebenskunst" aufführt. Düster ist das Szenario, aber heiter die Erzählung. Eine schöne Empfehlung des Rezensenten.
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