Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008
Hätte die Lektüre dieses Romandebüts ewig gedauert, der Rezensent wäre glücklich geworden damit. Das Problem der von Isabelle Huser als genealogisches Puzzle entworfenen Familiengeschichte nämlich wird für Richard Kämmerlings erst so richtig offenbar, als er damit zum Ende kommt. Was beim Lesen noch als geschickt arrangiertes Mosaik aus wechselnden Perspektiven Freude bereitet, knarrt am Ende für den Rezensenten deutlich vernehmbar mit den Scharnieren einer "lehrbuchmäßigen" Konstruktion. Zwar steht in der Mitte des Mosaiks die Lebensgeschichte des Ettore Camelli, die dafür sorgt, wie Kämmerlings noch erleichtert feststellt, dass der Mythos der Herkunft besiegt wird und Fakten regieren, Stoff, wie es heißt. Die Ordnung der eben erst freigelegten Erinnerungsschichten, einer für Kämmerlings äußerst vielversprechenden, wenn auch verwirrenden Dichte, durch die allzu fürsorgliche Autorin wirkt auf die "Leuchtkraft" des Textes allerdings verdunkelnd, bedauert sichtlich: der Rezensent.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…