Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Liebl. Ein Panorama der japanischen Kultur und Historie - basierend auf den Briefen einer unbeugsamen Frau. Edo, 1830: Die Stadt, die wir als Tokio kennen, ist das größte urbane Zentrum der Welt und zieht viele Menschen an. So auch Tsuneno, eine junge Frau aus der Provinz; ebenso wie ihr Leben verändert sich auch die Stadt und steht bisweilen kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Tsunenos Ansehen steigt erst, als ihr Mann Samurai wird. Sie stirbt 1853, im Jahr, in dem auch Edos Geschichte endet: Die US-Navy erzwingt die Auflösung des Shogunats - und Edo wird im Jahr 1868 zu Tokio. Amy Stanley stieß in einem Archiv auf Tsunenos Briefe an ihre Familie, die einen Einblick in das Leben dieser Gesellschaft ermöglichen - eine perfekte Ergänzung zu Stanleys kluger Stadtgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2021
Rezensentin Irmela Hijijya-Kirschnereit lernt das frühe Tokio (damals: Edo) an der Schwelle zur Moderne kennen mit Amy Stanleys Roman, der außerdem eine Frauengeschichte aus dem frühen 19. Jahrhundert erzählt. Ortsgeschichte und Frauen-Biografie verbindet die Autorin laut Rezensentin über historische Korrespondenzen aus einem Tempelhaushalt. Der Text bietet so laut Rezensentin Einblicke in Riten und derbe Gebräuche. Die Verquickung der individuellen mit der historischen Ebene aber überzeugt die Rezensentin nicht durchgängig, sondern wirkt auf sie mitunter gewollt. Die Einzelteile des Romans können sie gleichwohl immer wieder fesseln.
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