Die japanische Kultur ist reich an Legenden über Geister, Dämonen und andere übernatürliche Wesen. Längst sind diese Wesen, genannt Yôkai, auch außerhalb Japans bekannt und beliebt, sei es durch Kulturexporte wie Pokémon oder Hayao Miyazakis Meisterwerke "Prinzessinin Mononoke" und "Chihiros Reise ins Zauberland". Zu verdanken ist dies auch Shigeru Mizuki, der bereits in den 1960er-Jahren Yôkai-Geschichten veröffentlichte. In "Tante NonNon" erzählt Shigeru Mizuki, wie er als Kind die Welt der Yôkai entdeckte: Seine Eltern hatten die Witwe eines buddhistischen Mönchs bei sich aufgenommen, die liebevoll Tante NonNon genannt wurde. Die alte Dame weckte das Interesse des kleinen Shigeru für die Yôkai, die ihn und sein Werk so nachhaltig beeinflussen sollten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.02.2020
Begeistert bespricht Rezensent Christian Gasser Shigeru Mizukis Manga "Tante NonNon". Darin thematisiert der japanische Manga-Zeichner - der von Gasser als "Manga-Pionier" gewürdigt wird - seine Faszination für die so genannten Yôkai, die Geisterwesen des japanischen Volksglaubens. Dem Rezensenten zufolge wurden Mizukis Mangas sowohl von dessen traumatisierenden Kriegserlebnissen während des Zweiten Weltkriegs, "Auf in den Heldentod!", als auch von den alten Geschichten japanischer Kultur geprägt. Der humoristisch-karikaturistische wie realistische Stil des Manga-Zeichners verzaubert den Rezensenten mit "viel Charme" und Faszination. Eindrücklich gelingt es Shigeru, die Themen seiner Mangas mit Leichtigkeit und Selbstironie an die LeserInnen heranzutragen, findet Gasser.
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