Vier Geschichten vereint der Band mit Erzählungen von Alfred Neven DuMont. In der Titelerzählung "Die verschlossene Tür" blickt der international gefeierte Maler Hektor auf ein Künstlerleben, das mit dem grauenhaften "Schicksalstag", an dem er durch ein Verbrechen seine siebenjährige Tochter Maja verlor, eine dramatische Wende nahm... In "Der Ahnherr" entfaltet sich eine fantasievolle Familiengeschichte um den Kauf eines vor Jahrhunderten am Spanischen Hof gemalten Portraits."Der Schritt durch die Wand" erzählt - in einer nachgetragenen Liebeserklärung an die melancholische Mutter - von unvergleichlicher Kindheit und Jugend, von einem wundersam-geheimnisvollen Onkel namens Hieronymus, dem Zauberer. "Guten Morgen, Gestern" ist eine Geschichte zwischen zwei Frauen: zwischen Nona, einer Dame, die nach dem Tod ihres Mannes "wieder Einzug bei sich selbst" halten möchte und einer jungen lächelnden Frau, die sich als die Tochter des Verstorbenen vorstellt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2003
Die vier Erzählungen von Alfred Neven Dumont kreisen nach Auskunft des "arm" zeichnenden Rezensenten allesamt um die Frage nach der eigenen Identität: Dumonts Figuren werden von ihrer Vergangenheit eingeholt und durch bestimmte Ereignisse - den Verlust des Ehemannes, den Tod der Tochter, die Konfrontation mit den Ahnen etwa - dazu gezwungen, ihre Identitätslosigkeit zu formulieren - ein Akt, in dem paradoxerweise zugleich ein Ansatz zu einer Identitätsstiftung liege, findet der Rezensent. Er hebt hervor, dass es Dumont weniger um das Problem der Akzeptanz eines so und nicht anders gelebten Lebens geht, als vielmehr um das unvollständige Bild, das die Vergangenheit den Figuren liefere. Weniger gefallen hat ihm die vorgebliche Bedeutsamkeit von Dumonts Prosa, die sich selbst sehr ernst nehme und gewichtig erscheinen wolle: "Ihr Gewicht", urteilt der Rezensent steng, "besteht in Konfessionen, deren Leere einen oft erstaunt".
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