Alfred Kohler

Karl V. 1500-1558

Eine Biographie
C. H. Beck Verlag, München 1999
ISBN 9783406453595
gebunden, 424 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Alfred Kohler macht in seiner Biographie Karls V. deutlich, daß dieser Kaiser sich weitgehend nationalgeschichtlichen Kriterien entzieht. Seine Person und seine Herrschaft können nur mit europäischen Maßstäben gemessen werden. Geboren am 24. Februar 1500 in Gent, wurde Karl mit 16 Jahren König von Spanien (Karl I.), 19jährig römischer-deutscher König, und 1530 durch Papst Clemens zum Kaiser (Karl V.) gekrönt. Das gern mit Karl V. in Verbindung gebrachte Bonmot ?In meinem Reich geht die Sonne nicht unter? drückt die außerordentliche Machtfülle dieses Kaisers aus, und seine Devise ?plus ultra? - weiter darüber hinaus - sollte sich in der Eroberung, Kolonisierung und Christianisierung der Länder Mittel- und Südamerikas manifestieren. Kein künftiger Kaiser hat je wieder über eine derartige Macht und Herrschaftsbasis verfügen können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.05.2000

Robert von Friedeburg nutzt das Erscheinen von drei Biografien zu Karl V., um sich erst einmal selbst über den Kaiser auszulassen. Es liegt ihm besonders am Herzen, dem Leser klarzumachen, welche geschichtlichen Wandlungsprozesse sich an Karls Person festmachen lassen. Zu den drei Büchern äussert er sich dagegen nur kurz. Alle drei würden "zusammen und einzeln einen Zugang" zu Karl V. und seiner bewegten Zeit bieten.
1) Alfred Kohler: "Karl V. 1500-1558". Eine Biografie (Beck Verlag
Die Biografie Alfred Kohler lobt Friedeburg als auführlichste, mit eigenständigen Kapiteln über verwinkelte historische Fragen.
2) Luise Schorn-Schütte: "Karl V. Kaiser zwischen Mittelalter und Neuzeit" (Beck Verlag)
Dieses Buch bietet einen "knappen Zugriff auf Biografie und Persönlichkeit", meint Friedeburg. Dabei kämen auch Geschichtsschreibung und Forschung nicht zu knapp.
3) Ernst Schulin: "Karl V." Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereichs (Kohlhammer Verlag)
Der Autor verfolge drei sich "parallel vollziehende Geschichten": die spanisch-burgundische Herrschaft Karls, die "Türkenabwehr" und die Auseinandersetzung mit der Refomation. Allein dadurch wird deutlich, so Friedeburg, wie "inhaltlich zusammenhängend war, womit Karl umgehen musste".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 24.02.2000

Friedrich Prinz bespricht das Buch zusammen mit "Kaiser Karl V." von Ernst Schulin (Verlag W. Kohlhammer), "Taschenlexikon Karl V." (Piper Verlag) von Friedemann Bedürftig, "Karl V." von Manuel Fernandez Alvarez (W. Heyne Verlag) "Karl V." von Sigrid-Maria Grössing (Amalthea Verlag) und "Des Kaisers Frauen" von Rosine DeDijn (Deutsche Verlags-Anstalt).
1) Alfred Kohler: "Karl V."
Hierbei handelt es sich nach Ansicht des Rezensenten um eine "gehaltvolle, höchst konzentriert geschriebene Biografie". Prinz hebt den wissenschaftlichen Charakter des Werks hervor, lobt den Verzicht auf alle Psychologisierung und streicht heraus, wie kenntnisreich Kohler zunächst den Forschungsstand referiert. Es habe zwei Schulen bei der Betrachtung des Kaisers gegeben, eine "süd-" und eine "mitteleuropäische". Prinz gefällt es, wie Kohler diese beiden Stränge zusammenführt und "die jeweiligen Problemfelder klar auf den Punkt" bringt. Trotz des Verzichts auf alle romanhafte Identifikation werde auch die Person des Kaisers - seine Familienpolitik, sein Verhältnis zu Frauen, seine Religiosität - klar umrissen. 2) Ernst Schulin: "Kaiser Karl V."
Prinz lobt die Knappheit und den sehr informativen Gehalt des Buchs, fragt sich aber, wie sinnvoll es ist, den Weg des Kaisers dreimal zu erzählen, nämlich je nach den Regionen, um die es in den einzelnen Kapiteln geht. Die Illustrationen des Bandes finden Prinz` Lob.
3) Friedemann Bedürftig: "Taschenlexikon Karl V."
Auch diesen Band lobt Prinz in einer kurzen Bemerkung als informativ und weist vor allem auf die Kurzbiografien hin. Seine Grenzen zeige das Genre des Lexikons allerdings, wenn es um Personen wie Luther gehe, die in einem solchen Rahmen nicht angemessen gewürdigt werden könnten.
4) Manuel Fernandez Alvarez: "Karl V."
Anders als Kohler oder Schulin, so Prinz, wendet sich Alvarez an ein breiteres Pubikum. Dabei konzentriere sich der Autor ganz auf die Person des Herrschers.
5) Sigrid-Maria Grössing: "Karl V."
Auch Grössing schreibe romanhafter, dabei gehe es aber auch um die Familie Karls V.. "Unterhaltend".
6) Rosine DeDijn: "Des Kaisers Frauen"
Diesen Band scheint Prinz unter den eher populären Büchern über Karl V. vorzuziehen als eine Art farbenfrohe Reise, wobei Flandern, der Region der Hauptautorin des Bandes, besonderes Gewicht zukomme. "Üppig" sei der Band durch die vielen Farbillustratioen und bilde damit quasi einen "Gegenpol des streng wissenschaftlichen Werkes von Alfred Kohler".
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