Frank Rexroth

Das Milieu der Nacht

Obrigkeit und Randgruppen im spätmittelalterlichen London
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 1999
ISBN 9783525354704
gebunden, 450 Seiten, 45,50 EUR

Klappentext

Das stereotype Bild des "Milieus der Nacht" wurde in London seit Ausbruch des Hundertjährigen Krieges immer systematischer gepflegt und angeprangert. Die Bürgermeister und Aldermänner warnten vor dieser Gesellschaft von Frauen und Männern, die nachts nach ihren eigenen Werten zu leben, arbeitsscheu, gewaltbereit und sexuell überaus freizügig zu sein schienen. Frank Rexroth macht mit diesem Buch deutlich, wie wichtig solche Stereotype für den Zusammenhalt einer spätmittelalterlichen Stadtgesellschaft und für die Legitimation von "Obrigkeit" sein konnten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.11.1999

Ausführlich vollzieht Robert von Friedeburg in seiner Rezension die von Rexroth erzählte Geschichte nach, ohne das Buch recht zu bewerten. Besonders interessiert ihn dabei das Verhältnis des Londoner Stadtbürgertums zum an- oder abwesenden König. Die Stigmatisierung des "Milieus der Nacht" dient dabei zur Selbstdefiniton und Emanzipation des Stadtbürgertums von der übergeordneten Macht. Rexroth verfolge "die Entstehung dieses Milieus im Spiegel der Furcht vor ihm".