Kaiser Karl V. vertrat in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts noch einmal den Anspruch des Universalherrschers über die ganze Christenheit. Dieses traditionsbewusste Selbstverständnis wurde durch die europäischen Konflikte der Zeit (Reformation, dynastischer Gegensatz zwischen Frankreich und Habsburg, Gegensatz zwischen Papst und Kaiser, Konflikt zwischen Kaiser und Reichsständen) zutiefst in Frage gestellt und zum Wandel gezwungen. Als Herrscher "zwischen den Zeiten" war Karl V. deshalb weder ein "mittelalterlicher" noch ein "moderner" Monarch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.05.2000
Robert von Friedeburg nutzt das Erscheinen von drei Biografien zu Karl V., um sich erst einmal selbst über den Kaiser auszulassen. Es liegt ihm besonders am Herzen, dem Leser klarzumachen, welche geschichtlichen Wandlungsprozesse sich an Karls Person festmachen lassen. Zu den drei Büchern äussert er sich dagegen nur kurz. Alle drei würden "zusammen und einzeln einen Zugang" zu Karl V. und seiner bewegten Zeit bieten.
1) Alfred Kohler: "Karl V. 1500-1558". Eine Biografie (Beck Verlag
Die Biografie Alfred Kohler lobt Friedeburg als auführlichste, mit eigenständigen Kapiteln über verwinkelte historische Fragen.
2) Luise Schorn-Schütte: "Karl V. Kaiser zwischen Mittelalter und Neuzeit" (Beck Verlag)
Dieses Buch bietet einen "knappen Zugriff auf Biografie und Persönlichkeit", meint Friedeburg. Dabei kämen auch Geschichtsschreibung und Forschung nicht zu knapp.
3) Ernst Schulin: "Karl V." Geschichte eines übergroßen Wirkungsbereichs (Kohlhammer Verlag)
Der Autor verfolge drei sich "parallel vollziehende Geschichten": die spanisch-burgundische Herrschaft Karls, die "Türkenabwehr" und die Auseinandersetzung mit der Refomation. Allein dadurch wird deutlich, so Friedeburg, wie "inhaltlich zusammenhängend war, womit Karl umgehen musste".
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