Neben Auschwitz wird das Konzentrationslager Bergen-Belsen häufig als Synonym der nationalsozialistischen Lager begriffen. Doch allein die Entwicklungsgeschichte des Lagers zeigt schon die Sonderrolle, welche Bergen-Belsen innerhalb des Konzentrationslager-Systems eingenommen hat. Aufgrund seiner unterschiedlichen Funktionen von einem anfänglichen Sammellager für Austauschzwecke bis hin zu einer der letzten Stationen innerhalb der nationalsozialistischen "Endlösung" weist Bergen-Belsen erhebliche Unterschiede zu anderen Langern auf. In Bergen-Belsen sollten - das war der Leitgedanke zur Gründung im Jahre 1943 - bestimmte Juden zentral inhaftiert werden, um im Tausch gegen Waren oder Reichsdeutsche ausreisen zu dürfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.2001
Die Bilder von den verhungerten und ausgemergelten Lagerinsassen aus dem Jahr 1945 prägten bis heute das Bild vom KZ Bergen-Belsen und ließen darüber vergessen, dass dieses Lager eine besondere Geschichte hatte, schreibt Dieter Pohl einleitend zu Alexandra-Eileen Wencks historischer Arbeit. Zum einen sei das Lager ausschließlich Juden vorbehalten, zum anderen sei es als Austauschlager konzipiert gewesen, in dem das Auswärtige Amt Geiseln festhielt, mit denen es seine Devisen aufzubessern gedachte. Mit ihrer Studie leiste die Autorin einen wichtigen Beitrag zur Historiografie des Dritten Reiches, schreibt Pohl anerkennend, indem sie die Verquickung von Außenpolitik und Judenverfolgung zum Thema erhebe. Ellenlange Anmerkungen und häufige Exkurse bezeichnet er allerdings als der Lektüre abträglich. Am eindrucksvollsten findet Pohl darum auch die Beschreibung des Lagerlebens, die aufgrund der zahlreichen Tagebücher und Zeugenaussagen eine enorme "dokumentarische Dichte" erhalten habe.
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