Alexander Clapp

Der Krieg um unseren Müll

Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts
Cover: Der Krieg um unseren Müll
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783103971934
Gebunden, 400 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. Mülldeponien auf der ganzen Welt sind überfüllt. Über die täglich anfallenden Millionen Tonnen von Müll entstehen fast überall regelrechte Kriege. Der Müll wird illegal entsorgt oder als heiße Ware verschifft, verkauft oder geschmuggelt. Der Journalist Alexander Clapp bereiste auf den Spuren unseres Mülls fünf Kontinente und enthüllt eine katastrophale Realität: Unser Müll hat in den letzten 40 Jahren eine weltumspannende, milliardenschwere Wirtschaft hervorgebracht - mit verheerenden Folgen für die ärmsten Länder der Welt. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2026

Größtenteils hervorragend findet Rezensent Philipp Krohn dieses Buch. Der Journalist Alexander Clapp zeigt in ihm auf, wie westliche Länder massenhaft produzierten Abfall, vor allem Plastikschrott, in Entwicklungsländer auslagern. Plastik sei in der Produktion bequem, das Versprechen, dass die Produktion in einen Kreislauf überführt werden kann, sei hingegen nie eingelöst worden. Stattdessen landet der Müll fernab westlicher Länder auf Deponien, die Umwelt- und Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Clapp zeigt dies alles mithilfe geschickt gewählter Einzelfälle auf, die er vor Ort recherchiert und in diesem Buch mit erzählerischer Finesse aufbereitet hat. So gelingt es ihm, Zusammenhänge sichtbar zu machen, die sonst unsichtbar bleiben - auf ziemlich haarsträubende Zustände stößt der Autor etwa in Indonesien, wo gleich mehrere Orte um westlichen Müll konkurrieren, anstatt Reis anzubauen. Manchmal, schränkt Krohn sein Lob ein, geht Clapp etwas zu weit bei seiner Verurteilung des Westens und ignoriert etwa jüngere, innovative Firmen, die einige der beschriebenen Probleme durchaus erfolgreich angehen. Gleichwohl setzt dieses Buch, so der Rezensent, Maßstäbe im erzählerischen Umweltjournalismus.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.01.2026

Ein wichtiges, engagiertes Buch über globale Müllströme hat Alexander Clapp Rezensent Wolfgang Schneider zufolge geschrieben. Clapp besucht durch Müll verseuchte Orte im sogenannten globalen Süden, in die der globale Norden seinen Elektro- und Plastikschrott, oder auch ausrangierte Kreuzfahrtschiffe schickt. Heutzutage geschieht das ganz legal und teils im Namen des Recyclings, was allerdings Etikettenschwindel ist, da sich vor allem Plastik kaum angemessen recyceln lässt. Insofern ist das auch ein Buch über die Lügen der Industrie in unseren Breiten, die uns glauben machen will, dass mit korrekter Mülltrennung die Probleme behoben sind. Dem ist nicht so, lernt Schneider aus diesem spannenden Buch, das Geschichtsschreibung, Reisebericht und Umweltanalyse in einem ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.11.2025

Rezensentin Judith Raupp begibt sich mit dem Reporter Alexander Clapp auf eine erschreckende Reise dem Müll der Industrienationen hinterher: Der Kapitalismus erzeugt vermeintliche Bedürfnisse, die dafür sorgen, dass immer mehr giftiger, umweltschädlicher (Plastik-)Müll entsteht, für den der Westen keinen Platz hat. So wird der Müll ausgelagert in Staaten des globalen Südens, Clapp nimmt uns zum Beispiel mit auf die Müllhalde Agbogbloshie in Ghana, der dort abgeladene Elektroschrott soll eigentlich recycelt werden, was aber wegen der Legierung diverser Stoffe gar nicht funktionieren kann. Raupp liest atemlos von den Schäden, die die Müllauslagerung verursacht und dem großen Geschäft, das damit trotzdem zu machen ist. Die Kritikerin hat einzig zu bemängeln, dass der Autor an einigen Stellen nicht nachweisbare Informationen verbreitet, das schmälert ihr zufolge die ansonsten große Überzeugungskraft des Buches. 

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