Der Filmvorspann bündelt verschiedene, teilweise heterogene Funktionen: Er dokumentiert die Filmproduktion, adressiert den Zuschauer, führt in die Diegese ein, thematisiert die Vorführsituation, ist Anfangsmarkierung, Einstimmung, Nachweis von Arbeit, Ort der Signatur, Werbung, Film im Film. Aufgrund seiner reflexiven Verfasstheit im Spannungsverhältnis von Produktion und Fiktion liefert der Vorspann mittels unterschiedlicher Kondensationstechniken eine zugespitzte Lektüre des folgenden Films, die dessen Rezeption steuert.
Angetan berichtet Ekkehard Knörer über diesen Sammelband zur Kunst und Bedeutung des Vorspann im Films. Zustimmend äußert er sich zu der in sämtlichen Beiträgen vertretenen Ansicht, beim Vorspann handle es sich keineswegs um eine Nebensächlichkeit. Die Beiträge, die mehrheitlich den Vorspann im Hollywood-Film analysieren, verdeutlichen für ihn das Gegenteil. Auch wenn er vermutlich nicht soweit gehen würde wie Rembert Hüser, der im Vorspann die "strukturell intelligenteste Stelle des Films" sieht. Knörer lobt die Entscheidung der Herausgeber, nicht nur Originalbeiträge in den Band aufzunehmen, sondern auch Aufsätze aus wichtigen Standardwerken. Besonders schätzt er Alexander Böhnkes Beitrag über den Vorspann als "paratextuelle Form" und Reaktion auf den folgenden Film. In diesem Zusammenhang hebt er auch die Beiträge von Dirk Schaefer und Verena Mund hervor, die Böhnkes Beobachtungen in Einzelanalysen veranschaulichen. "Wer dieses Buch liest", resümiert Knörer, "wird Filme, ihren Anfang vor allem, hinterher mit anderen Augen sehen".
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