Aus dem Englischen von Michael Bischoff. Alex Perry beschreibt ein Afrika, das sich in einer Phase geradezu wütender Selbstbehauptung befindet. Auf seiner Reise traf er Unternehmer und Warlords, Professoren und Drogenschmuggler, Präsidenten und Dschihadisten und ermöglicht uns so einen ebenso eindringlichen wie facettenreichen Blick auf das moderne Gesicht Afrikas. Um sich letztendlich befreien zu können, muss Afrika - so Perry - den Islamisten, Diktatoren und Entwicklungshelfern die Stirn bieten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.08.2016
Tim Neshitov bedauert, dass der amerikanisch-britische Journalist Alex Perry es nicht bei der Beschreibung seiner Erlebnisse und Erkenntnisse aus 15 Jahren Afrika belässt, bei seinen Erfahrungen mit dem Unternehmergeist, dem Humor seiner Menschen und bei der realistischen Darstellung der postkolonialen Misere, verursacht laut Autor durch die Entwicklungshilfe, durch Despoten und Dschihadisten. Sobald Perry seinen Text zu einer Geschichte und zu einem Zukunftsausblick des gesamten Kontinents hochjazzt, wird er laut Neshitov leider pathetisch und auch ungenau.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2016
Der rezensierende Ethnologe Karl-Heinz Kohl lernt das Schaudern mit den Reportagen von Alex Perry über Afrika und seine Nöte. Der Autor vermag ihm auch ausreichend Gründe für das dauernde Desaster in Afrikas Entwicklung zu nennen. Ausbeutung und ökonomische Abhängigkeit vom Westen, dünne Besiedlung, nicht zuletzt der Dschihadismus und die Autokratie in vielen afrikanischen Ländern. Wenn Perry erläutert, wie US-Konzerne von den Hungersnöten profitieren, wird Kohl schlecht. Darin sieht er allerdings die Stärke des Buches. Auch dass der Autor in seinen Gesprächen führenden afrikanischen Politikern so nahe kommt, scheint ihm bemerkenswert. Zu nahe mitunter. Problematisch nämlich findet er die unkritische wortwörtliche Wiedergabe, mit der hier Gerüchte zu Tatsachen werden. Stattdessen hätte sich der Rezensent die Einbeziehung der ein oder anderen ethnologischen Untersuchung gewünscht. Perrys Ratschläge für ein besseres Afrika schließlich scheinen Kohl in Anbetracht des zuvor Gelesenen allzu optimistisch und ein bisschen mager.
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