Ales Steger

Über dem Himmel unter der Erde

Gedichte
Cover: Über dem Himmel unter der Erde
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783446262645
Gebunden, 96 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Matthias Göritz. "Liebe ist / eine kleine Katze / die Wasser trinkt / aus einer Schale mit / Sprung." So einfach kann ein Gedicht sein, so konzentriert, so rhythmisch, so schön. Der genaue Blick des slowenischen Dichters Aleš Šteger prägt auch diese Gedichte: "Alles ist vergangen, / und die Löschung des Endes / in der Sprache, Poesie."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2019

Rezensentin Ilma Rakusa machen die Gedichte von Aleš Šteger regelrecht ehrfürchtig: Obwohl der Stil luftig und kunstvoll sei, seien sie keinesfalls harmlos, staunt sie. Im Gegenteil schreibe Šteger auf höchst poetische Weise äußerst philosophisch und hintergründig, was seinen Band zu einer Sammlung von teils kryptisch anmutenden Gleichnissen und Paradoxa werden lasse, in der schon einzelne Zeilen die Leser*innen verblüffen könnten. Vor allem lobt die Rezensentin Šteger als den Meister der Kürze, denn selbst Haikus transportieren bei ihm ein Höchstmaß an Bedeutung, wie Rakusa findet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2019

Kurz bespricht Nico Bleutge, selbst Lyriker, diesen Band des bekannten slowenischen Kollegen und Übersetzers. Er schätzt ihn als einen, der Wörter auf seine Bedeutungsnuancen hin abzutasten und sie in neuen Kombinationen zusammenzusetzen verstehe. Dieser Band allerdings ist anders in seinem Duktus, berichtet Bleutge, denn er verdankt sich einigen Japan-Erfahrungen, wirkt meditativ, angelehnt an die Haiku-Kultur Matsuo Bashos. Bleutge ist nur halb überzeugt: Stegers Rechnung geht für ihn auf, wenn er Widersprüche in eine Form bringt. Dann aber wird's wieder sentenzenhaft. Dennoch: In manchen Gedichten geht mit Steger die alte Lust an der Sprache durch, "Computer sind durchgeschwitzt,/ An den Polen wachsen Löcher", und dann ist Bleutge wieder ganz und gar zufrieden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2019

Marica Bodrozic ist ganz aus dem Häuschen angesichts von Aleš Štegers Sprachkunst. Wie der slowenische Dichter in seinem neuen Gedichtband lakonisch und ohne Mätzchen ein metaphysisches Kontinuum initiiert, das Himmlisches und Menschliches vereint, Sprechen und Schweigen, Geschichte und Gegenwart, findet die Rezensentin stark und vor allem echt, getrieben von Erkenntnis- und Freiheitsdrang. Die frische Erkenntnis- und Transzendenzerfahrung mit den Gedichten ist für Bodrozic auch an die behutsame Übertragung von Matthias Göritz gebunden, der Štegers Versen laut Rezensentin ihre "schöne Radikalität" lässt, wenn er übersetzt: "Ich stecke im Leben fest, / Deshalb schreibe ich".
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.03.2019

Der hier rezensierende Lyriker Nico Bleutge bedauert, dass der neue Gedichtband des slowenischen Dichters Ales Steger nicht zweisprachig daherkommt. Den neuen Texten Stegers lauscht er etwas fernöstlich Meditatives ab. Gesetzter als früher erscheint ihm der Autor unterwegs zwischen Haiku-Verehrung und Anbetung des Schweigens. Wie er Widersprüchliches vereint, scheint Bleutge meisterlich. Weniger gut gefallen haben ihm einige Texte im Band, die lehrhaft klingen und verkündend. Die Übertragung von Matthias Göritz scheint Bleutge rhythmisch gelungen.