Marusa Krese

Selbst das Testament ging verloren

Gedichte - Slowenisch/Deutsch
Edition Korrespondenzen, Wien 2001
ISBN 9783902113054
Gebunden, 123 Seiten, 18,51 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Klaus Detlef Olof. Der neue Gedichtband von Maru?a Krese ? als zweisprachige Originalausgabe in der Edition Korrespondenzen vorgelegt ? erzählt in stimmigen Bildern vom Ungeheuerlichen, ohne es reduzierend zu benennen. Es sind poetische Stenogramme von einem posttraumatischen Leben, durch die bei allem Schmerz und Verzweiflung auch die errungene Fähigkeit zum Glück sanft hindurchblitzt. "Selbst das Testament ging verloren" ist ein Abschied der slowenischen Lyrikerin von einem einst weiten Land. Es war einmal auf dem Balkan ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.11.2001

Ilma Rakusa begrüßt das Engagement des Wiener Edition Korrespondenzen nicht nur um Literatur jenseits des Mainstream, sondern insbesondere um die Lyrik aus Ostmitteleuropa, und sie bespricht drei Lyrikbände, die ihr alle sehr gefallen haben.
1. Mila Haugová: Sandatlas
Die Rezensentin ist äußerst angetan von dem zweisprachigen Gedichtband der slowakischen Lyrikerin und Übersetzerin. Sie ist von den "hochreflektierten, anspielungsreichen, minutiös komponierten" Gedichten beeindruckt, wobei sie neben aller Abstraktheit, die der "Spracharbeit" eignet, auch Sinnlich-Erotisches gefunden hat. Allerdings sieht sie die Gefahr, dass Haugová es mit der Metaphernfülle und den Anspielungen etwas übertreibt, denn manchmal nimmt sie sich nach Ansicht der Rezensentin einfach "zu viel vor".
2. Petr Borkovec: Feldarbeit.
Bei diesem tschechischen Lyriker ist der Rezensentin vor allem die "Lakonie" aufgefallen, die den Tonfall der Gedichte bestimmt. Sie lobt die "kunstvoll gereimten" Verse und sieht sich an Chodassewitsch und Brodsky erinnert. Die Texte seien "Stilleben, prekäre Momentaufnahmen", in denen sich die Innen- und die Außenwelt verbinden, so die Rezensentin angetan.
3. Marusa Krese: Selbst das Testament ging verloren.
Auch der Band mit 54 Gedichten der slowenischen Lyrikerin, die seit langem in Berlin lebt, findet Gefallen bei Rakusa. Für sie lesen sich die Gedichte, die hauptsächlich um "Krieg, Zerstörung, Wahnsinn" kreisen, wie ein "verhaltener Klagegesang". Überhaupt streicht die Rezensentin das Liedhafte im Sprachrhythmus Kreses heraus, in der sich das lyrische Ich, völlig "unsentimental", wie Rakusa betont, ausspricht.
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