Aldo Nove

Amore mio infinito

Roman
Cover: Amore mio infinito
Rowohlt Verlag, Reinbek 2003
ISBN 9783499232718
Taschenbuch, 192 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Steve J. Klimchak. "Amore mio infinito" ist ein Roman über das Erwachsenwerden - von den Siebzigern bis in die neunziger Jahre hinein - und natürlich ein Roman über die Liebe. Matteo, 28 Jahre alt und Angestellter in einem Gastronomiefachhandel, erinnert sich an die Lieben seines Lebens: mit zehn, mit dreizehn, mit fünfzehn und dann, in die Gegenwart des Erzählers hineinreichend, als erwachsener Mann. Es ist eine Education sentimentale unserer Zeit, die die Bilder, Helden und Ängste der Gegenwart spiegelt und dem Erzählen anverwandelt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2003

"Kann man sich im Ernst einen italienischen Pop-Roman vorstellen?" fragt Moritz Bassler, schließlich besage eine alte Pop-Regel, dass man einem romanischen Musiker keine elektrisch verstärkten Instrumente in die Hand geben dürfe. Aber die Frage ist nur rhetorisch gemeint: Klar könne man - im "sommerlichen Liegestuhl". Das sei genau der richtige Ort für Aldo Noves "lyrische Prosa" mit "Dauer-Emotionalitäts-Anspruch", in der die Liebe am gelungensten ist, wenn sie - man kennt sie ja, die Italiener - "zurück in den Mutterleib" führt. Deshalb sei der ideale Leser "naiv und frisch verliebt". So wie Protagonist Matteo: Der hat sich in den italienischen Pop-Achtzigern und Marken-Neunzigern viermal verliebt, erzählt das allen mit, wie gesagt, "emotionsgesättigter Sentimentalität", und am Ende trifft er sie (!) an der Kasse bei McDonalds. Bassler, Popspezialist der deutschen Akademie, findet durchaus Gefallen an dem Buch, möchte es aber nur denen empfehlen, die bereit sind, die eine oder andere "sentimentale Träne zu verdrücken".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.05.2003

Die Rezensentin Suse Vetterlein erklärt uns erst einmal, wie wir Aldo Nove einzuordnen haben, nämlich unter die italienischen Cannibali-Schriftsteller, die in den Neunziger Jahren wilde Geschichten mit "zwingenden Ingredienzien" schrieben, etwa "Blut, Sperma und Kotze". Im Roman "Amore mio infinito" sei der Exkannibale Nove zwar immer noch so "gewaltig" wie früher, aber eher "gewaltig zart". Denn sein Ich-Erzähler Matteo, der über sein Leben "vier Sachen" zu sagen hat, besitzt für die Rezensentin eine "sehr anrührende, nie pathetisch oder kitschig daherkommende Liebesfähigkeit". In der Tat dreht sich alles um Mädchen, um die Liebe und um den "langsamen Abschied von der Kindheit". Sehr "unterschiedlich" seien Matteos vier Lebensabschnitte in ihrem Ton, was sich Noves virtuosem Spiel mit dem Slang verdanke, das vom Übersetzer Steve J. Klimchak wunderbar nachgespielt worden sei: "Die Kommunisten aßen Pizza mit den Fingern und benutzten unanständige Wörter und gingen sonntags nicht in die Messe und hörten amerikanische Musik, wie Filippos Vater. Die Christdemokraten aßen Pizza mit Besteck und sagten höchstens mal heiliger Strohsack."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2003

Der Autor ist in Italien ein Repräsentant der italienischen Jugendkultur, mit seiner "mimetischen Erzählweise, der kunstvoll arrangierten Naivität, den Bezügen auf Comicfiguren, Fernsehsendungen und Liedermacher" stehe er für einen neuen Stil, erklärt Rezensentin Maike Albath dem deutschen Lesepublikum. Dabei - und so auch im neuen Buch - sei die Liebe das ganz große Thema. Große ästhetische Neuheiten habe man bei Nove nicht zu erwarten, er sei vielmehr der "Interpret des Lebensgefühls" der neunziger Jahre, fasst Albath zusammen.

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