Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki. An einem verregneten Novemberabend wird der Gartenarchitekt Claudio Fratta auf dem Parkplatz eines Supermarkts Zeuge eines mysteriösen Mordes. Er verfolgt die vermeintliche Täterin, und als ihr Wagen von der Straße abkommt, bringt er sie verletzt ins Krankhaus. Monate später erhält er von einer gewissen Elisabetta Renal den telefonischen Auftrag, einen herrschaftlichen Garten neu anzulegen. Es ist, ganz ohne Zweifel, die Stimme der Frau, die er verfolgt hat. Ungewollt befindet sich Claudio im Bann einer Frau und auf der Spur eines Mörders. Damit gerät die Ordnung seines einsamen Lebens durcheinander.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2005
Steffen Richter hat nur einen Makel an Andrea Canobbios "Der Garten" gefunden - das ist der deutsche Titel. Der italienische -"Die natürliche Unordnung der Dinge" - kommt der Sache doch sehr viel näher, meint Richter. Immerhin geht es um einen Gartenbauarchitekten, der in ein Mordkomplott verwickelt wird, das ihn bis zu Aldo Moro, Andreotti, dem Papst und den Terroristen der Roten Brigaden führt. Dass die Unordnung der Dinge nicht überhand nimmt, sorgt, so Richter, der Autor, der sehr souverän die Fäden seines Textgewebes spinnt. "Enormes Vergnügen" hat der Rezensent beim Lesen gelegentlich empfunden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005
Durchhalten!, empfiehlt Rezensent Volker Breidecker bei diesem Roman von Andrea Canobbio, der ein wenig müde in Fahrt kommt. Am Anfang der Geschichte stehe nämlich ein erfolgreicher Gartenbauarchitekt, der sich für nichts und niemanden interessiere, und auch von seinem eigenen Leben nur Fragmente wahrnimmt, selbst dann, wenn er gerade einen Mord beobachtet. Doch nach hundert Seiten ändert sich Erzählung, versichert Breidecker, dann werde der geduldige Leser mit Spannung, mathematisch ausgetüftelten Konstruktionen und "prickelnd unterkühlter Erotik" belohnt. Außerdem warte Canobbio mit dem ganzen Schatz italienischer Spezialitäten auf, inklusive Papst, korrupter Ministerpräsidenten, schwerer Verbrechen und harter Drogen.
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