Aldo Cazzullo
Ewiges Imperium
Wie das Römische Reich die westliche Welt prägt

Harper Collins, Hamburg 2024
ISBN 9783365006221
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR
ISBN 9783365006221
Gebunden, 320 Seiten, 24,00 EUR
Klappentext
Aus dem Italienischen von Thomas Stauder und Andreas Thomsen. Untergang. Welcher Untergang? Das Römische Reich ist nie wirklich untergegangen. Bis heute ist sein Einfluss allgegenwärtig, jedes nachfolgende Imperium hat sich direkt oder indirekt als Erbe der alten Römer gesehen: Byzanz, das Heilige Römische Reich von Karl dem Großen, die K.-u.-k.-Monarchie oder das Deutsche Kaiserreich. Der Mythos Rom zog sie alle in seinen Bann: Napoleon verehrte Caesar und ließ sich nicht zum König, sondern gleich zum Kaiser krönen. Die italienischen Faschisten träumten von der Wiedergeburt des Imperium Romanum, die Nazis vom großgermanischen Weltreich. Die Kommunisten um Luxemburg und Liebknecht eiferten Spartakus nach, während Mark Zuckerberg, Digitalherrscher des 21. Jahrhunderts, besessen ist von Kaiser Augustus. Und in der Populärkultur, ob Asterix, Ben Hur oder Gladiator, lebt das Römische Reich ohnehin munter weiter. Aldo Cazzullo rekonstruiert den Mythos des Imperiums: angefangen bei Aeneas über Republik und Kaiserzeit bis hin zu den Ideen und Insignien einer Supermacht, in der unsere heutige Kultur ihren Ursprung hat. Dabei zeigt Cazzullo nicht nur, wie Rom auf unseren Straßen, in unseren Köpfen, Worten und Symbolen weiterlebt, sondern auch, wie eigentlich alles, was wir heute Westen nennen, nach Rom führt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.08.2024
Rezensent Hannes Hintermeier hätte auf Aldo Cazzullos Beitrag zur ohnehin bereits uferlosen Bibliothek zum Römischen Reich verzichten können. Denn Neues oder Interessantes zum Thema scheint der italienische Journalist, stellvertretender Redakteur einer Tageszeitung, nicht beitragen zu können, vermittelt Hintermeier. Stattdessen gehe es dem Buch um Identitätsstiftung, um eine selbstvergewissernde Erinnerung daran, auf welch großen "Schultern" man als Italiener - und der Rest des Westens - doch stehe. Europa komme nur am Rande vor. Für den Kritiker ist klar, dass Cazzullo sich vor der zerrütteten Lage der italienischen Nation in den "imperialen Glanz des Weltreichs" flüchtet.
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