Albert von Schirnding

Vorläufige Ankunft

Roman
Cover: Vorläufige Ankunft
Langewiesche Verlag, Ebenhausen 2010
ISBN 9783406607585
Gebunden, 222 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Im Arbeitszimmer des "Meisters" begegnet der achtzehnjährige Miro der Nachbildung eines tausendjährigen Astrolabiums. In der auf der Steinscheibe dargestellten knienden Figur, die zum gestirnten Himmel emporblickt, finden Ich-Freiheit und Ehrfurcht zusammen. Der Roman ist als Triptychon angelegt. Der Junge verlässt die elterliche Wohnung und zieht ins Treppenhaus. Die gewaltsam erworbene Freiheit erweist sich als unhaltbar. So spielt sich der Mittelteil in einer Gruppe von Zöglingen ab, mit denen sich Miro der Autorität eines außerordentlichen Mannes unterwirft. Nach dessen Tod und der Auflösung der Internatsgemeinschaft gelangt er in Rom an ein vorläufiges Ziel seiner Suche.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.06.2010

Einen tabulosen und zugleich recht betulichen Bildungsroman von allerdings Wieland'scher Manier hat Helmut Mauro mit Albert von Schirndings Roman "Vorläufige Ankunft" entdeckt. Mit schwärmerischen Metaphern und viel Euphorie erzähle der Autor den Werdegang eines Adelssprosses in den fünfziger Jahren, der zwischen überdurchschnittlicher Bildung und nächtlichen Samenergüssen vor allem seiner Leidenschaft zur Musik und zu einem Sopran singenden Chorknaben nachgeht, wie Mauro in seiner nicht immer leicht zu entschlüsselnden Kritik erzählt. Dabei hat sich das ein oder andere "Ideen-Ungeheuer" eingeschlichen, warnt Mauro: Ein grober Chorleiter und eine ebenso rüde Geschäftsführerin, deren Schläge der Autor als "autoritären Erziehungswillen" toleriert. Oder ein Meister, der die Knaben von einer egoistischen in eine neuchristlich-platonische Welt führen will. Hin und wieder wackele Schirndings Kirche allerdings, meint der Kritiker, etwa wenn dieser Meister "mit schlaffem Verstand und blauem Penis" stirbt, und sich der Adel in Furtwänglers Küche als das neue moralisch erhabene Bürgertum feiert. Vorläufig bleibt wohl auch das Urteil des Kritikers: Ob wirklich Wieland'scher Bildungsroman oder doch nur Heidi für Jungs - am Schluss kann er das nicht mehr so genau sagen.
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