Ludwig Reiners (Hg.), Albert von Schirnding (Hg.)

Der ewige Brunnen

Ein Hausbuch deutscher Dichtung
Cover: Der ewige Brunnen
C. H. Beck Verlag, München 2005
ISBN 9783406536380
Gebunden, 1134 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Gesichtet und herausgegeben von Ludwig Reiners. Aktualisierte und erweiterte Ausgabe von Albert von Schirnding. Mit Vignetten v. Andreas Brylka. Der ewige Brunnen ist die berühmteste Sammlung deutscher Gedichte. Auf rund 1100 Seiten sind mehr als 1600 Gedichte aus acht Jahrhunderten zusammengestellt. Die Jubiläumsausgabe wurde von Albert von Schirnding überarbeitet und durch Gedichte aus den letzten fünfzig Jahren erweitert. So ist dieses "Hausbuch deutscher Dichtung" jetzt aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Mit seiner Gedichtsammlung Der ewige Brunnen. Ein Hausbuch deutscher Dichtung hat Ludwig Reiners vor fünfzig Jahren ein Werk zusammengestellt, das inzwischen selbst zum Klassiker geworden ist. Für Millionen Leserinnen und Leser wurde dieses Buch zum Ort der Begegnung mit der deutschen Dichtkunst. Es ist ein schier unerschöpfliches Lesebuch und für viele ein Erbauungsbuch. Für jeden Geschmack, für alle Altersstufen ist etwas darin vorhanden. Es finden sich die zum literarischen Kanon zählenden Gedichte ebenso wie unbekanntere und heute fast vergessene. In den Gedichten spiegeln sich die Lebenserfahrungen aus acht Jahrhunderten. Zum Jubiläum 2005 wurde dieses berühmte Werk nun um viele Gedichte aus den letzten fünfzig Jahren erweitert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2005

Als Ludwig Reiners Anfang der 1950er Jahre sein Volksbuch deutscher Dichtung zusammengestellt habe, erinnert Rezensent Jörg Drews, wollte er für alle zeitgenössischen "Stimmungen" ein Gedicht aufnehmen. Gegen dieses Reinerssche "Prinzip", so Drews, "verstoße" nun die eigentlich nur zu begrüßende Runderneuerung und Modernisierung der Sammlung von etwa 1600 Gedichten. Ein Viertel davon seien von Albert Schirnding auf "erkennbar konservative Weise" ausgetauscht worden, denn weder seien die Expressionisten wie August Stramm oder Albert Ehrenstein vertreten, noch wichtige Nachkriegsautoren wie Helmut Heissenbüttel, Gerhard Rühm, Reinhard Prießnitz oder der vor kurzem verstorbene Thomas Kling. "Das schmerzt doch sehr", bekennt der Rezensent, zumal zweifelhaften Lyrikgrößen wie Friedrich Rückert und Fontane für das neunzehnte Jahrhundert immer noch viel Platz eingeräumt werde. Allerdings, gesteht Drews ein, gerate man bei solcherart Aufrechnen zwangsläufig zu einer Melange aus "Kasuistik, Ästhetik und Geschmacksbehauptung". Von den "Neuzugängen" ausdrücklich begrüßt werden vom Rezensenten hingegen drei Gedichte von Christine Lavant und je eines von H. C. Artmann, Ludwig Greve, Günter Grass, Friederike Mayröcker und Ernst Jandl.
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