Gedichte. Mit einem Nachwort von Claudius Seidl. Mit 24 Fotografien von Pietro Donizelli. Herausgegeben von Renate Siebenhaar. Die Bilder des italienischen Fotografen Pietro Donzelli (1915 -1998) erzählen vom Leben der Menschen in Italien vor der Industrialisierung: Neben städtischen Zentren wie Mailand und Neapel ist die Po-Ebene Protagonist seiner metaphysischen Landschaften, in denen die Zeit still zu stehen scheint. Inspiriert von der melancholischen Atmosphäre dieser Bilder, hat Albert Ostermaier zu 24 Fotografien von Pietro Donzelli Gedichte geschrieben, die von der Liebe und vom Verlassenwerden erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2010
Wer sehen will, soll lesen. Laut Wulf Segebrecht taugen Albert Ostermaiers interpunktionslose, in Kolumnenform geschriebene Gedichte dazu, den eher melancholisch gestimmten Italien-Fotografien von Pietro Donzelli aus den 50er und 60er Jahren Gesellschaft zu leisten. Für den Leser und Betrachter, erklärt Segebrecht, springt dabei keine Bildbeschreibung heraus, sondern eine Reise in Wort und Bild, ein erzählerischer Mehrwert, der auch schon mal fern vom Bild siedelt. Die Vielseitigkeit von Ostermaiers Redeformen, Perspektiven und Kunstmittel erscheint dem Rezensenten derjenigen Donzellis zu entsprechen. Um eine Übersetzung der einen Kunstform in eine andere geht es für Segebrecht in diesem Band allerdings nicht. Die beiden Wahrnehmungsweisen, die fotografische und die lyrische, findet er, bestehen ganz gut nebeneinander, ergänzen und erweitern einander.
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