Albert Grzesinski

Im Kampf um die deutsche Republik

Erinnerungen eines Sozialdemokraten
Cover: Im Kampf um die deutsche Republik
Oldenbourg Verlag, München 2001
ISBN 9783486565911
Gebunden, 384 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Eberhard Kolb. Der vormalige preußische Innenminister (1926-1930) und zweimalige Berliner Polizeipräsident Albert Grzesinski (1879-1947), eine kantige und entscheidungsfreudige Politikerpersönlichkeit von unverwechselbarem Profil, war 1933 der erste prominente Sozialdemokrat, der nach der Zerschlagung der Demokratie seinen Rückblick auf die Jahre der Weimarer Republik zu Papier brachte. Erinnerungsbild und Perspektive sind daher nicht durch die Entwicklung ab 1933 beeinflusst. Die Darstellung beruht auf einer sehr soliden Materialgrundlage, wobei Grzesinski sich auf sein ungewöhnlich reichhaltiges Privatarchiv stützen konnte. Die im Anhang abgedruckten Dokumente bieten ergänzende Informationen zu den von Grzesinski im Buchmanuskript behandelten Sachkomplexen und geben Auskunft über sein Schicksal in der Emigration.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 31.01.2002

Der Name eines der bekanntesten Sozialdemokraten der Weimarer Republik , der sich in verschiedenen Ämtern durch seine Leistungen und schließlich durch sein mutiges Wort gegen Hitler verdient gemacht hat, ist heut sogar in Fachkreisen kaum geläufig, bedauert Heinrich August Winkler. Er begrüßt deshalb sehr, dass der emeritierte Kölner Historiker Eberhard Kolb nun das vollständige deutsche Original eines noch 1933 in der Emigration verfassten Manuskripts von Albert Grzesinski herausgibt, das, wie der Rezensent umreißt, "halb Autobiographie, halb Geschichte der deutschen Sozialdemokratie im späten Kaiserreich und in der Weimarer Republik" ist. Für Winkler ist dieses Buch nicht nur "eine wichtige historische Quelle", sondern darüber hinaus durch die erzählerischen Fähigkeiten des Autors eine spannende Lektüre über dessen persönlichen Werdegang, durch die der Leser teilhabe an dramatischen historischen Ereignissen aus der Perspektive eines Akteurs. Bei der Beurteilung von historischen Ereignissen beziehungsweise möglichen Alternativen gibt es unter Fachleuten in einigen Punkten Differenzen zu Grzesinskis Ansätzen, was den Rezesenten jedoch nicht weiter stört, denn "Politikermemoiren ohne ein Element rückwärts gewandten Wunschdenkens sind eine Seltenheit", resümiert er abschließend.