Alba de Cespedes

Das verbotene Notizbuch

Roman
Cover: Das verbotene Notizbuch
Insel Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783458179344
Gebunden, 302 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Verena von Koskull. Eigentlich sollte Valeria im tabaccaio nur Zigaretten für ihren Mann besorgen - kauft dann aber verbotenerweise ein schwarzes Notizheft und ahnt nicht, welche Konsequenzen dies haben würde. Es sind die Nachkriegsjahre in Rom, und Valeria führt das bescheidene und unscheinbare Leben einer Frau der Mittelschicht. Sie ist Mutter, Gattin und Büroangestellte. Mehr sieht niemand in ihr, seit Jahren hat sie ihren eigenen Namen nicht gehört, sogar ihr Mann nennt sie "mamma". Doch als sie beginnt, in das Notizheft zu schreiben, verändert sich allmählich etwas in Valeria. Sie sondiert ihr Inneres, geht auf die Suche nach ihren eigenen Sehnsüchten und Ängsten. Irgendwann beginnt sie, sich kleiner Lügen zu bedienen, sich heimlich mit ihrem Chef zu treffen und die Forderungen ihrer Kinder zu übergehen. Bis sie glaubt, einen Schritt zu weit gegangen zu sein. Elena Ferrante nennt es ein "Buch der Ermunterung", für viele Generationen war "Das verbotene Notizbuch" ein Schlüsselroman menschlicher Beziehungen und weiblicher Identität.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.11.2021

Rezensentin Maike Albath macht eine besondere Entdeckung mit diesem erstmals auf Deutsch vorliegenden Roman der kubanisch-italienischen Schriftstellerin Alba de Cespedes. In dem 1952 im Original erschienenen Buch erzählt ihr die Enkelin des ersten kubanischen Präsidenten von der 43jährigen Mutter und Ehefrau Valeria, die sich ein Notizbuch zulegt und durch den Akt des Schreibens erstmals in ihrem Leben rebelliert. Atemlos folgt die Kritikerin in den intensiven, bildreichen, aber "unprätentiösen" Tagebuchnotizen einer weiblichen Befreiung im katholischen Italien der Nachkriegszeit. Von Einsamkeit, Zweifeln und komplexen Familienbeziehungen liest Albath in dem von Verena von Koskull, wie sie findet, sensibel übersetzten Roman ebenfalls.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2021

Rezensent Paul Ingendaay freut sich über Verena von Koskulls Neuübersetzung des Romans von Alba de Cespedes aus dem Jahr 1952. Die Geschichte einer in den traditionellen Geschlechterverhältnissen der 50er Jahre gefangenen Frau, die ihr Aufbegehren und ihre Resignation in einem Notizbuch festhält, rührt den Rezensenten, weil die Autorin die Qualen und die Bitterkeit ihrer Figur in atmosphärischen Beschreibungen herauszuarbeiten versteht. Für Ingendaay eine kraftvolle Studie über die Einsamkeit unter Menschen, die ihn an die Filme des Neorealismo erinnert.
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