Aus dem Französischen von Christian Kolb. 70er Jahre, Genfersee: Während eines Picknicks verschwindet Benjamins große Schwester Summer. Spurlos. Benjamin verliert den Boden unter den Füßen, die 19-jährige Summer war sein Fixstern, die einzige Chance auf ein verheißungsvolles Leben für den schüchternen, gehemmten Jungen. Nun zieht er sich immer mehr zurück in eine Traumwelt. Auch seine Eltern gleiten in eine sonderbare Resignation ab und können dem Jungen nicht zur Seite stehen. Summers Verschwinden wird Benjamin nicht mehr loslassen - bis er sich vierundzwanzig Jahre später der Tragödie endlich stellt. Und ihn eine düstere Wahrheit ein weiteres Mal gänzlich aus der Bahn wirft …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2018
Mit ihrem neuen Roman beweist Monica Sabolo einmal mehr, dass sie derzeit zweifelsohne zu den spannendsten Autorinnen französischer Sprache gehört, so Rezensent Peter Henning. Ein vages Unbehagen, so beschreibt es Henning, ergreift den Leser sobald er mit der Lektüre beginnt. Alles wirkt wie hinter einer "nassen Scheibe inszeniert". Man muss genau hinsehen, um zu erkennen, was Realität und was Einbildung ist und auch dann kann man nie sicher sein, denn die Grenzen verschwimmen im trüben Regen, lesen wir. So weiß der Leser bis zum Ende nicht sicher, ob es sich bei den inneren Bildern des Erzählers um tatsächliche Erinnerungen oder um Produkte seiner Fantasie handelt, erklärt der Rezensent. Im Zentrum dieser Gedankenwelt schwebt die Schwester des Erzählers, die vor über 20 Jahren unter ungeklärten Umständen verschwand. Dieses rätselhafte Verschwinden ist es denn auch, das besonders gegen Ende des Romans eine ungemeine Spannung erzeugt, schließt der begeisterte Rezensent.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…