Philosophen, die ihrer philosophischen Vergangenheit nachspüren, und auch ihren Irrtümern, sind selten. Ágnes Heller hat den Mut und auch die Lust dazu, ihren geistigen Weg von den Anfängen noch einmal nachzuvollziehen. Das Ergebnis ist ein Blick in ihre philosophische Werkstatt.
Ágnes Heller hat Erstaunliches geleistet und tut dies immer noch. Sie ist ein Vorbild für uns alle. In einer spannenden und stellenweise leicht ironischen Selbstkritik folgt sie ihrem eigenen Werdegang und erinnert sich an Meilensteine und Wendepunkte ihrer Entwicklung - geprägt von entschlossener Zuversicht auch unter schwierigsten äußeren Bedingungen.
Das Ergebnis ist viel mehr als ein Überblick über ihre Sicht der Dinge. Es ist ein Buch über Zivilcourage, eine Schule der Mündigkeit besonderer Art: Eine Aufforderung und Motivation zum Selbstdenken! Denn: Alles andere ist verlorene Zeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2018
Für den hier rezensierenden Philosophen Matthias Kross ist Agnes Heller eine der "letzten großen Repräsentantinnen alteuropäischen Denkens" - und damit Hannah Arendt oder Simone de Beauvoir vergleichbar. Entsprechend erfreut ist der Kritiker, dass er mit dieser "kurzen Geschichte meiner Philosophie" ein Werk in den Händen hält, in dem die Philosophin kaum autobiografisch, sondern vielmehr in der Form einer "Selbst-Reportage" ihren Denkraum vermisst, leichtfüßig von Platon zu Kant, zu Hegel, Marx, Bachtin, Kierkegaard und allen voran Heidegger hüpft, um schließlich im letzten Kapitel, "Wanderjahre", bei der New Yorker New School anzukommen und in ihre Studien zu Foucault, Bibelthemen und Ästhetik einzuführen.
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