Ken Krimstein

Die drei Leben der Hannah Arendt

Cover: Die drei Leben der Hannah Arendt
dtv, München 2019
ISBN 9783423282086
Kartoniert, 244 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Hannah Arendt: streitbare Jahrhundertdenkerin, zu früh, zu wütend, auf so einschüchternde Weise klug, zu jüdisch, nicht jüdisch genug. 1933 floh sie aus Nazi-Deutschland ins Exil, über Tschechien, Italien und die Schweiz zunächst nach Paris. Später dann in die USA. Von dort aus avancierte sie zu einer der großen Ikonen unserer Zeit. 'Die drei Leben der Hannah Arendt' skizziert rasant und liebevoll ihren Lebensweg.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 07.01.2020

Für Philosophie-Liebhaber ist Ken Krimsteins Graphic Novel "Die drei Leben der Hannah Arendt" ein wahrer Glücksgriff, meint Rezensentin Mithu Sanyal. Mit Krimsteins Graphic Novel folgen Leser*innen Hannah Arendts Leben und begeben sich auf eine Zeitreise, die der Autor Sanyal zufolge detailgetreu, humorvoll und vor allem verständlich grafisch aufbereitet. Großen Mehrwert sieht die Rezensentin darin, dass Krimstein eine "sinnliche Anwesenheit" erzeugt und den Leser*innen die philosophischen und politischen Ansichten Arendts greifbarer macht. Einen hohen Unterhaltungsfaktor erzielt Krimstein der Rezensentin zufolge durch seine freie Darstellung von Arendts Lebenswerk, ein Verfahren, das er selbst "ekstatische Wahrheit" nennt und das die Rezensentin so beschreibt: "Der Rauch ihrer omnipräsenten Zigarette schlängelt sich durch die Seiten und der Text schlängelt sich mit ihm."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.12.2019

Den Rezensenten Andreas Fanizadeh hat Ken Krimsteins Graphic Novel über Hannah Ahrendts Weg vom Studium bis ins US-amerikanische Exil nicht nur bestens informiert, sondern auch sehr gut unterhalten. Mit seinem "sarkastisch-schnoddrigen Erzählstil" kommt der Autor der scharfzüngigen Theoretikerin perfekt bei und verleiht dem Comic außerdem eine lobenswerte "Unaufgeregtheit", obwohl er sich auch eingehend mit ihrem liberalen Denken auseinandersetzt, versichert der Kritiker. Dass die Protagonistin aus den Schwarz-Weiß-Zeichnungen nur durch ein paar dezente grüne Tupfer hier und da hervortritt, passt in Fanizadehs Augen perfekt zu dieser Comic-Biografie, die ihm auch die Widersprüchlichkeit ihrer Hauptfigur nicht verschweigt - so beispielsweise Ahrendts Heidegger-Faszination.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.12.2019

Arno Widmann kann mit Ken Krimsteins Graphic Novel über Hannah Arendt nichts anfangen. Seiner Ansicht nach gelingt es dem Zeichner und Autor nicht, Arendts Gedanken und Taten in neue und überraschende Bilder zu fassen. Der Umstand, dass die Beziehung zu Heidegger viel mehr Raum bekommt als Arendts Denken, missfällt Widmann ebenso wie die Unterbelichtung der amerikanischen politischen Tradition und ihres Einflusses auf Arendt. Für Widmann fällt der Künstler zu sehr auf die klischierende Idee des vom Leben geprägten Denkens herein, ohne aus der Verbindung von Text und Bild Funken zu schlagen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.12.2019

Gustav Seibt hat viel Spaß mit Ken Krimsteins Bilderbiografie über Hannah Arendt. Locker wie Gekritzel auf Speisekarten, dabei stilistisch aufregend vermittelt der Zeichner laut Seibt entlang der bewegten Biografie der Denkerin Arendts Fluchtbewegungen, Ehen, Freundschaften und auch den historischen Kontext. Etwas zu kurz kommt laut Seibt Arendts Werk, vor allem und ausgerechnet die politische Philosophie der Freiheit, die Seibt "illustrativ naheliegend" findet.
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