Adorno

Eine Bildmonografie
Cover: Adorno
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783518583777
Gebunden, 309 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben vom Theodor W. Adorno Archiv. Eine Vielzahl von bisher unpublizierten Texten, Bildern und Dokumenten eröffnet eine neue und unerwartete Perspektive auf das Leben und Werk Theodor W. Adornos. Von den frühen Zeugnissen aus der Kindheit, wie etwa einem bisher unbekannten Jugendtagebuch, das transkribiert und z.T. faksimiliert vorgelegt wird, über Dokumente aus seinen Studien- und Exiljahren bis hin zur Rückkehr nach Frankfurt und seiner Arbeit am Institut für Sozialforschung und an der Frankfurter Universität verfolgt der Band das Leben Adornos am Leitfaden von überaus anschaulichen, prägnanten, im besten Sinne "sprechenden" Zeugnissen. Neben einem weiteren Tagebuch aus dem Jahr 1949 finden sich zahlreiche, hier erstmals veröffentlichte Briefe, Notizen, Kompositionen, Photographien und Skizzen aus seinem Nachlass.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.09.2003

Ulrich Holbein hatte so seine Freude an drei "wunderbar instruktiven" Bildbänden zu Adorno, die seiner Meinung nach alle die Zeit seiner "Nippifizierung" anbrechen lassen: die Bildmonografie "Adorno", ebenso wie "Adorno in Frankfurt" und "Kindheit in Amorbach". Zum hermetischen Theoriewerk geselle sich mit diesen Bänden nunmehr das Triviale, konkrete Körperlichkeit (Adorno in Badehosen, Adorno als Schulanfänger, Adorno eisleckend beim Blondinengucken) weiche die erhabene Geistigkeit auf - ganz ungefragt werde der "theoretische Ästhet" "eingemeindet in alles, was zu überfliegen er sich elitär erdreistete". Holbein gibt sich weder kulturpessimistisch noch hämisch, sondern amüsiert-interessiert, zumal ihn die Qualität der Bildmonographien überaus zufrieden stellt: "Alle drei hochkompetent, perfekt, liebevoll ausgestatteten TWA-Bildmonografien, 800 einander ergänzende Seiten, schießen minuziös zu einem Triptychon-Medaillon zusammen, das den Negationsroutinier Theodor W. Adorno in seltsam versöhnliches Teddie-Licht taucht." Adorno zum Anfassen also, ganz menschlich und nahbar. Bis der kritische Theoretiker zur Samstagabendunterhaltung wird, übt Holbein schon mal ein paar Parolen ein: "Vom Pathos der Distanz zum Nilpferd-Maskottchen aus Speckstein - einmal Teddie, immer Teddie. (...) Philosophieren - jetzt!"

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2003

Eine "opulente Bildmonografie" nennt Andreas Platthaus diesen Band, den das Theodor W. Adorno Archiv zum hundertsten Geburtstag seines Namensgebers herausgegeben hat. Ansonsten enthält der Rezensent sich leider jedes weiteren und konkreteren Urteils zu dem Buch. Dafür erfährt man, dass der Band offenbar darstellt, wie sehr Adorno "dank seiner Physiognomie ein gefundenes Fressen für Karikaturisten" wurde, wie Platthaus schreibt. Das bedeutet wohl, dass er auch die Zeichnungen dokumentiert, von denen Platthaus berichtet und die F.W. Bernstein zu Eckhard Henscheids Anekdotensammlung rund um die Frankfurter Schule herausgegeben hat, auf denen Adorno etwa "gegenüber der Vaterfigur Max Horkheimer als Zwerg" erscheint, dem aber "unter der polierten Platte seines Schädels die Augen wie Hypnotisierscheiben aus den Höhlen treten".