Adam Zielinski

An der Weichsel

Roman
Cover: An der Weichsel
Wieser Verlag, Klagenfurt 2006
ISBN 9783851296327
Gebunden, 240 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Krzysztof Lipinski. Mit seinem neuesten Buch legt Adam Zielinski eine beklemmende Bestandsaufnahme eines von politischen Umbrüchen geplagten Landes und eine Hymne auf sein heimatliches Polen vor - jenseits von nationalistischen Gedanken. Nüchtern und ironisch schildert der »letzte Galizianer«, wie er sich gerne sieht, anhand einiger exemplarischer Lebensläufe das Leben in Polen seit dem Sturz des Kommunismus und weist auf die Gefahren hin, die von hier aus für die gegenwärtige gesellschaftspolitische Entwicklung Europas ausgehen. Adam Zielinski ist ein Moralist. Er legt seinen Finger auf den wunden Punkt, nicht nur für die neuen Demokratien im europäischen Osten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2007

Angetan zeigt sich Uwe Stolzmann von diesem Episodenroman Adam Zielinskis. Er beschreibt das Werk als eine Reise durch eine "versunkene Welt": die Volksrepublik Polen, Krakau in kommunistischer Zeit. Zielinskis Porträts einer Reihe von Figuren, die exemplarisch für das Leben in einem unfreien System stehen, fügen sich für Stolzmann zu einem "polnischen Provinztheater", das ihn bisweilen grotesk, bisweilen tragisch anmutet. Dabei unterstreicht er den Ansatz des Autors, als gleichsam zeitreisender Zeuge zu schauen und zu notieren, statt die zwischen Privileg und Moral, Rebellion und Unterwerfung, Widerstand und Opportunismus schwankenden, äußerst durchschnittlichen Charaktere zu verurteilen. Schließlich berichtet er über das bewegte Leben des Autors, der als einer von 19 Juden seines Heimatorts, in dem 18.000 Juden lebten, den Holocaust überstand, später als Journalist, dann als Geschäftsmann Karriere machte, und erst mit sechzig eine Laufbahn als Schriftsteller begann. Während die früheren Werke Zielinskis für Stolzmann noch den "spätberufenen Autodidakten" erkennen lassen, zeichnet sich das vorliegende Werk seines Erachtens durch die eigene Handschrift aus: "schlicht und karg, ohne Makel, gesättigt von einer volkstümlichen, fast eulenspiegelhaften Ironie".

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