Rolf Michaelis bespricht diese CDs zusammen mit drei anderen "Hörbüchern" zur jüdischen Geschichte: "Ach so - Gad Granach und Henryk M. Broder auf Tour" (Ölbaum Verlag), "Höret die Stimme" (Preiser/Hörsturz) und "Schuld und Unschuld" von Ivan Nagel (HörbuchHamburg).
1) Ada Brodsky/Eldad Neumark: "Nach Hause vertrieben"
"Ein wehmütiges Dokument deutscher Geistesgeschichte", schreibt Michaelis und erzählt, wie die beiden Autoren aus Deutschland vertrieben wurden - ihr Vater Herrmann Neumark aus Frankfurt an der Oder, ein Kinderarzt, hatte zu jenen Juden gehört, die nicht glauben wollten, dass die Deutschen ihnen wirklich Böses antun wollten. Begleitet wird die Erzählung nach Michaelis mit der romantischen Musik jener "Kulturnation", die Neumark so liebte.
2) "Ach so - Gad Granach und Henryk M. Broder auf Tour"
Auch der 85jährige Granach, "ein Genie ironischer Selbstdarstellung", erzähle im Gespräch mit Broder über das jüdische Leben vor der Vertreibung. Er wuchs in der "großbürgerlichen Sicherheit Berlins" auf. Aber auch über Israel wisse er Witziges und Kritisches zu sagen.
3) "Höret die Stimme"
Burgtheater-Schauspieler rezitieren Texte jüdischer Autoren. Die CD dokumentiert eine Veranstaltung von 1969. Michaelis lässt nur eine Bemerkung darüber fallen - das Pathos der Rezitationen ist ihm zuwider.
4) Ivan Nagel: "Schuld und Unschuld"
Die Rede Ivan Nagels zur Eröffnung der umstrittenen Wehrmachtsausstellung Jan Philipp Reemtsmas hat Michaelis beeindruckt. Auch wenn die Ausstellung vorerst wegen Fehlern geschlossen worden sei, so Michaelis, werde ihre These - die Verstrickung der Wehrmacht - in der neuen Version nur um so deutlicher hervortreten. "Diese Ausstellung hat Geschichte gemacht", meint Michaelis mit Nagel.
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