In seinem Insiderbericht schildert der Soldat Achim Wohlgethan seinen Einsatz in Kabul. Afghanistan ist eine tickende Zeitbombe für die 3000 dort stationierten deutschen Soldaten. Eindrücklich wird geschildert, dass die Bundeswehr die Gefährlichkeit ihrer Mission herunterspielt und die Soldaten oft moralisch, politisch und juristisch im Stich gelassen werden. Achim Wohlgethan lässt hinter die Kulissen der Bundeswehr blicken und rückt damit die Diskussion um die Auslandseinsätze sowie Sinn und Zweck der deutschen Armee in ein neues Licht. Der Autor war viele Jahre im Dienst der Bundeswehr und lebt heute mit seiner Familie in Deutschland.
Als völlig neue Art über den Krieg zu reflektieren, lobt Rezensentin Ulrike Winkelmann das Buch des Ex-Soldaten, dessen besonderes Verdienst für sie die Schaffung einer Öffentlichkeit für eine Binnensicht ist. Denn in Armin Wohlgethans Bericht sieht sie zum ersten Mal auch die Gefühle und Ängste von Soldaten eine Rolle spielen, findet sie subjektive Wahrnehmungen geschildert, was es der Rezensentin zufolge so noch nie gegeben hat. Zwar hat das auch einen Preis, wie die Rezensentin einräumt, die sich mitunter auch in den Untiefen der Geschmacklosigkeit wiederfindet, zum Beispiel bei "realistischen Schilderungen" des Soldatenalltags und ihrer Kommentierung. Trotzdem überzeugt sie das Buch durch seine Spannung und sein analytisches Potenzial, durch die glaubwürdige Schilderungen von Widersprüchen, Ängsten und Schwächen, kurz: durch die Art, wie hier das "ganze menschliche Drama eines militärischen Ausflugs ins Ungewisse" geschildert wird.
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