Befinden sich deutsche Soldaten im Krieg? Die Auslandseinsätze der Bundeswehr haben nicht nur die Streitkräfte, sondern auch den politischen Diskurs über diese Frage verändert. Schon in den 1990er Jahren begleitete das Ringen um eine deutsche Kriegsbeteiligung die Bundeswehr auf ihrem Weg von der "Armee der Einheit" zur "Armee im Einsatz". Seitdem haben über 380.000 Soldatinnen und Soldaten einen Auslandseinsatz absolviert. Zu dieser komplexen Einsatzgeschichte der Bundeswehr eröffnet der vorliegende Band Zugänge aus der Perspektive der Militärgeschichte, der Sozialwissenschaften sowie aus der Sicht von ausgewählten Zeitzeugen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2021
Rezensent Ralph Rotte bekommt mit den Beiträgen in diesem Sammelband von Jochen Maurer und Martin Rink einen Querschnitt der Wahrnehmungsweisen zu sicherheitspolitischen Fragen in Deutschland. Wissenschaftler, Militärs und Politiker betrachten laut Rotte das Paradoxe an Friedensmissionen (Wolfgang Knöbl), den Wandel deutscher Sicherheitspolitik (Klaus Neumann) oder die Darstellung des Militärs im Film (Gerhard Kümmel) beziehungsweise am Beispiel des Afghanistan-Einsatzes im TV (Philipp Fraund). Inwieweit die Darstellung und Wahrnehmung oberflächlich (TV) oder durchaus differenziert (Film) ist, vermitteln die Autoren dem Rezensenten, bevor Eberhard Zorn im Band ganz grundsätzlich fragt, ob Soldaten wirklich nötig sind.
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