Abu Mohammed Abd el-Hakh Ibn Sabin

Die Sizilianischen Fragen

Arabisch - Deutsch
Cover: Die Sizilianischen Fragen
Herder Verlag, Freiburg 2005
ISBN 9783451285059
Gebunden, 252 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Matthias Lutz-Bachmann, Alexander Fidora und Andreas Niederberger. Einleitung und Übersetzung aus dem Arabischen von Anna Akasoy. Ibn Sab'in (ca. 1217-1270), aus Murcia stammend, verband in seinem Werk Logik, Metaphysik und Mystik und gehört zu den bemerkenswertesten Gestalten der arabischen Philosophie. Sein erstes großes Werk, das er in Antwort auf die sog. 'Sizilianischen Fragen' Friedrichs II. verfasste, gilt als einführendes Kompendium in die arabisch-islamische Philosophie Andalusiens.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.04.2006

Von den bisher erschienenen Bänden aus Herders neuer Reihe mit zweisprachigen Editionen von philosophischen Texten des Mittelalters hebt Rezensent Kurt Flasch "Die Sizilianischen Fragen des Ibn Sab'in" besonders hervor. Der islamische Autor und Aristoteles-Kenner beantworte darin die Fragen, die ihm - gemäß der literarischen Fiktion - Kaiser Friedrich II. aus Sizilien gestellt habe. Neben Fragen nach der Ewigkeit der Welt, der menschlichen Erkenntnis der letzten Gründe und dem Verhältnis von griechischer Philosophie und Offenbarung finden sich darin nach Angaben von Flasch auch Erörterungen über die Natur, die Anzahl der Kategorien und über die Unsterblichkeit der geistigen Seele. Ein großes Lob spendet Flasch der Übersetzerin Anna Akasoy für ihre "ausgezeichnete und schlichtweg unentbehrliche Einleitung". Überhaupt zeigt sich Flasch von Ausstattung und Qualität der Reihe sehr angetan und bescheinigt ihr "Charakter". Die auf Vielfalt setzende Reihe eröffnet den Lesern seines Erachtens ein "neues Bild der Philosophie des Mittelalters".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2005

Einen zwiespältigen Eindruck hat diese von Anna Akasoy übersetzte und eingeleitete arabisch-deutsche Ausgabe von Ibn Sab'ins "Die Sizilianischen Fragen" bei Rezensent Dag Nikolaus Hasse hinterlassen. Aufhorchen lässt ihn, dass Akasoy in ihrer Einleitung die Authentizität des aus den philosophischen Fragen Friedrichs II. und den Antworten des arabischen Philosoph Ibn Sab'in bestehenden Werkes bezweifelt. Akasoy versuche zu zeigen, dass Ibn Sab'in die Fragen Friedrichs nur fingiert habe, um sich eine Legitimation für das Philosophieren in der philosophiefeindlichen Umgebung Nordafrikas zu verschaffen. Ganz überzeugt scheint Hasse davon nicht. Er ist aber schon auf die ausführlichere Argumentation gespannt, die Akasoy in ihrer angekündigten Monografie über Ibn Sab'in darlegen will. "Hat sie recht", kommentiert er, "sind wir um eine der beeindruckendsten interkulturellen Debatten der Geistesgeschichte ärmer, und der philosophische Nimbus Friedrichs II. wäre geschrumpft". Trotzdem kann sich das Buch zu Hasses Bedauern nicht mit dem Standard anderer Studienausgaben arabischer Philosophen messen. Er moniert, dass Akasoy den Text weder durch inhaltliche noch durch textkritische Anmerkungen erschließt, dass viele Passagen ausgelassen und Korrekturen am arabischen Text nicht aufgelistet wurden. Im Blick auf Akasoy Ankündigung, ihre Monographie werde eine ausführliche Kommentierung der "Sizilianischen Fragen" bieten, stellt Hasse abschließend fest: "Die Erläuterungen zusammen mit dem Text zu publizieren wäre sinnvoller gewesen."
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